Hat seinen Glanz wieder erhalten: das alte Gasthaus Bauernhof in Goldau, welches neu ein Museum für Philatelie und Postgeschichte wird. Bild: Erhard Gick
Hat seinen Glanz wieder erhalten: das alte Gasthaus Bauernhof in Goldau, welches neu ein Museum für Philatelie und Postgeschichte wird. Bild: Erhard Gick

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«Bauernhof»-Museum vor Vollendung

Der Umbau des alten Gasthauses ist vollzogen. Ab Mitte nächsten Jahres könnte das Philatelie- und Postgeschichte-Museum in Betrieb gehen.

Der Umbau sei super verlaufen. 90 Prozent der Arbeiten seien erledigt, schwärmt Kurt Kimmel, Präsident der Kimmel Stiftung für Postgeschichte. Tatsächlich, wenn man nur schon aufs Äussere des Hauses blickt, ist es ein Bijou geworden. Die Fassade ist mehr als nur einem Facelifting unterzogen worden. Man habe das Äussere nach den Vorgaben der Denkmalpflege restauriert, sagt Kurt Kimmel. «Jetzt geht es um die restlichen Arbeiten im Innern des Gebäudes. Aber wir sind auf einem guten Stand», hält er fest. Ab heute Mittwoch würden die Reinigungsarbeiten eingeleitet, um das Gebäude für den späteren Bezug als Philatelie- und Postmuseum vorzubereiten.

Es bleibt ein kleiner Gastroteil erhalten


Zu Zeiten, als Gastgeber Seppetoni Niederberger den «Bauernhof» führte, hatte das Haus als Gastbetrieb nationalen, wenn nicht gar internationalen Ruf. Goldau wird einen Teil dieser Tradition behalten können. «Wir haben die Küche umgebaut. Es wird auch in Zukunft möglich sein, bei uns kleine Konsumationen zu geniessen», verrät Kurt Kimmel aus dem künftigen Konzept seines Museums. Die Küche sei aber nur ein Teil des umfangreichen Umbaus im Innern des Hauses. Dank der fachlichen Begleitung durch die kantonale Denkmalpflege sei es erst möglich geworden, die sehr niedrigen Stockwerke anzuheben und für eine gute Raumhöhe zu sorgen, so Stiftungsratspräsident Kimmel. «Der zweite Stock ist richtiggehend durchgehangen. Jetzt haben wir Raumhöhen, in denen sich auch ein gross gewachsener Mensch fortbewegen kann, ohne sich den Kopf zu stossen. Alle Räume sind mit Bodenheizung ausgerüstet worden. Im ganzen Haus ist eine ausgezeichnete Internetanbindung möglich», so Kurt Kimmel.

Die Sünden der Vergangenheit genutzt


1985 wurde im hinteren Teil des Gasthauses ein Teil umgebaut. Dieser Teil, eine Bausünde der Vergangenheit, konnte man jetzt für behindertengerechtes Bauen nutzen. «Wir konnten einen Lift realisieren», erklärt Kurt Kimmel. Nach der Reinigung sollen jetzt die ersten Arbeitsplätze im Haus eingerichtet werden. «Mit der Eröffnung des Hauses ist aber frühestens im Verlaufe des kommenden Jahres zu rechnen. Das dürfte, als Folge der behördlichen Corona-Massnahmen, kaum vor Sommer 2021 eintreffen», hält der Präsident weiter fest. Am 1. Dezember 2014 wurde die Kimmel Stiftung für Postgeschichte in Küssnacht am Rigi gegründet. Die Stiftung bezweckt den langfristigen Erhalt von kulturell und postgeschichtlich wertvollen Exponaten beziehungsweise Sammlungen der klassischen Philatelie und macht diese einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich. «Wir setzen vor allem auf lokale und regionale Exponate. Mehr als 400 Seiten sind bereits aufgearbeitet, es werden mehrere Tausend sein. Die Sammlung wird laufend ergänzt», so Kurt Kimmel. Es sind Exponate der Postgeschichte aus Arth, der «Stadt» Schwyz, von Stoos. Auch historische Dokumente aus Uri, dem Tessin, des Veltlins, der Helvetischen Republik (1798–1803) oder der Bahnpost der Schweiz sollen folgen.

Bote der Urschweiz / Erhard Gick

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

09.12.2020

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schwyzkultur.ch/3puJtd