Anna Svitlychenko ist Ballettlehrerin an der staatlichen Ballettschule in Berlin und unterrichtet während der Ballettwoche in Einsiedeln. Mit ihr sprach Lukas Schumacher. Foto: zvg
Anna Svitlychenko ist Ballettlehrerin an der staatlichen Ballettschule in Berlin und unterrichtet während der Ballettwoche in Einsiedeln. Mit ihr sprach Lukas Schumacher. Foto: zvg

Bühne

«Beim Ballett entscheiden Disziplin und Fleiss alles»

Matviienko Dance Art engagiert eine erfolgreiche Ballettlehrerin für eine Ballett-Intensivwoche vom 4. bis 8. Februar.

Anna Svitlychenko ist Ballettlehrerin an der staatlichen Ballettschule in Berlin. Mit ihr sprach Lukas Schumacher.

Lukas Schumacher: Wie würden Sie Ballett umschreiben?



Anna Svitlychenko: Ballett ist eine Kunst. Es ist eine Emotion, die man mIt Hilfe des Körpers und der Musik ausdrückt. Man sagt, es ist die Körpersprache der Seele.

Wie kamen Sie dazu, Ballett zu unterrichten?


Nach meiner Karriere als Balletttänzerin, die ich in meiner Heimat Kiew gestartet habe, wollte ich mit dem Tanzen weitermachen. Ich konnte mir ein Leben ohne Ballett einfach nicht vorstellen. Deshalb bewarb ich mich bei der staatlichen Ballettschule Berlin. Zu meinem grossen Glück erhielt ich den Job dort.

Wie kann man sich diese Ballettschule in Berlin vorstellen?


Es ist die einzige staatliche Ballettschule Deutschlands. Die Kinder erhalten dort eine neunjährige Ausbildung, begleitend zum Ballett.

Wie kamen Sie zu Ihrem Engagement bei Matviienko Dance Art in Einsiedeln?


Andrii Matviienko war als kleiner Junge in Kiew ein Schüler von mir. Ich habe einst eine Choreografie für ihn gemacht. Er tanzte in einem Stück eine Hauptrolle. Ich habe ihn sicherlich schon 20 Jahre nicht mehr gesehen. Er hat mich gefunden und fragte, ob ich für eine Kurswoche nach Einsiedeln komme.

Als Balletttänzerin sind Sie bestimmt schon weit herumgekommen. Waren Sie auch schon in der Schweiz?


Ich durfte schon viele Länder bereisen, aber in der Schweiz war ich tatsächlich noch nie. Ich freue mich sehr darauf. Es wäre schön, wenn es etwas Schnee hätte. Wegen meiner Balletthaltung kann ich jedoch nicht Ski fahren.

Was erwartet die Teilnehmer Ihres Kurses?


Jeder Workshop ist anders. Es ist nicht möglich, im Vorfeld zu wissen, was die Teilnehmer erwarten wird. Ich komme in den Kurs, schaue den Leuten in die Augen, mache ein paar Bewegungen mit ihnen und passe den Unterricht an die Gruppe immer wieder individuell an. Sogar bei meiner eigenen Klasse ist jeder Tag anders. Manchmal sind die Schüler schlecht gelaunt oder gestresst, dann passe ich den Unterricht je nach Stimmung an.

Was ist für Sie das Wichtigste bei einer Ballettaufführung?


Persönlichkeit auf die Bühne zu bringen, spielt für mich die grösste Rolle. Das fasziniert die Zuschauer.

Wie sind Sie zum Ballett gekommen?


Ich komme aus einer Ballettfamilie und tanze, seitdem ich geboren wurde. Mein Vater und meine Mutter tanzten beide Ballett. Das liegt mir im Blut.

Kann man in jedem Alter mit dem Ballett beginnen?


Als Hobby ja. Möchte man Profitänzerin werden, dann muss man gewisse körperliche Voraussetzungen mitbringen. Nebst dem sind Disziplin und Fleiss entscheidend. Man sagt, man benötigt 99 Prozent Fleiss und 1 Prozent Talent.

Ist Ballett ein Mädchentanz?


Früher war das so. Heute ist das Ballett gemischt. Es gibt aber schon mehr Mädchen, da fast jedes Mädchen eine Ballerina sein möchte. Schliesslich kommt dies einer Prinzessin schon sehr nahe.

Einsiedler Anzeiger / Lukas Schumacher

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

21.01.2020

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schwyzkultur.ch/vrXhNx