Musik
Bekannte Melodien, so noch nie gehört
Auch wenn inzwischen eine CD fast etwas Nostalgisches ist, so gibt das Lochus Alphorn Quartett doch wieder einen Tonträger heraus und stellt Welthits auf eine völlig neue, überraschende und packende Art vor.
«Rivers Of Babylon», «We Will Rock You», «Macarena» oder «Ne partez pas sans moi» der ESC-Königin Céline Dion – alles weltbekannte Songs, deren Melodien wohl sozusagen für jeden ein Ohrwurm sind. Auf eine ganz neue Art interpretiert und arrangiert hat der Einsiedler Musiker Erwin Füchslin diese Stücke für sein Lochus Alphorn Quartett, respektive für die neue CD mit dem Namen 2.1, nach der erfolgreichen, ersten Veröffentlichung der 2.0 im Jahr 2020. Keine leichte Aufgabe, wenn man bedenkt, dass für dieses Instrument nur gerade einmal 14 Naturtöne zur Verfügung stehen. Doch mit seinem Flair, seinem musikalischen Einfallsreichtum und Können und seiner akribischen Ausdauer gelingt es dem leidenschaftlichen Profimusiker und Komponisten, diese Stücke in einer völlig überraschenden Form zu präsentieren, ohne dass deren eigentlicher Charakter verloren geht, aber faszinierende, neue Ebenen hinzukommen.
Alphornrebellen auf Topniveau
So beginnen diese Hits meist ganz konventionell, werden dann aber fetzig, rockig oder rhythmisch anspruchsvoll mit Taktwechseln verändert, mit verschiedenen Stimmen oder selbst komponierten Teilen ergänzt. Es kommen Instrumente wie Alpensax, Schlagzeug, Percussion oder Gesang dazu und am Schluss werden die Lieder meist wieder ganz klassisch. Auch für die vier Alphornspieler Erwin Füchslin, Kevin Schmid von Lachen, Rolf Willauer von Wangen und Patrick Stadler von Schattdorf, Uri, eine Herausforderung, welche diese Profibläser aber geradezu mit Begeisterung suchen und souverän meistern.
Das Paradestück an schneller Zungentechnik ist wohl in der berühmten «Amboss-Polka» zu hören und jenes mit ungerader 5/4-Taktart in der Komposition «Äs laift» des Urners Patrick Stadler. Aber auch die Eurovisionsmelodie wird zu einer fast «verpoppten» Version, während selbst das Schweizer Volks-lied «Det äne am Bärgli» in einem modernen, musikalischen Kleid daherkommt.
Und auch zum Alphorn-Quartettnamen
Lochus wird eine Erklärung gegeben und ihm ein Kränzchen gewunden. Unter den 16 Titeln auf der CD finden sich entsprechend elf total neue und in dieser Form noch nie gespielte Stücke oder Arrangements und Eigenkompositionen, welche wie beispielsweise «Liamor» von Erwin Füchslin eine sehr persönliche Seite zeigen. Geradezu mit einem Augenzwinkern kommt hingegen am Schluss der bekannte, traditionelle «Hörnertanz» als sogenannter «Bonustrack» daher. Lochus ist also nicht nur im modernen, sehr packenden Alphornstil zu Hause.
Die neue CD 2.1, welche im Studio des Volksmusikers Philipp Mettler in Siebnen eingespielt wurde, ist seit Ende Februar erhältlich. Sie ist für Erwin Füchslin, den Leiter von Lochus, eine eigentliche Herzensangelegenheit, und er sagt mit einem Anflug von Stolz, dass ihm ein solch greifbares «Booklet» viel wert und geradezu Kult sei.
Einsiedler Anzeiger / Marlies Mathis / skp-reda
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