Das Ensemble zeigte eine starke Gesamtleistung und hatte mit viel schauspielerischer Leidenschaft die Lacher auf seiner Seite. Foto: Franz Kälin
Das Ensemble zeigte eine starke Gesamtleistung und hatte mit viel schauspielerischer Leidenschaft die Lacher auf seiner Seite. Foto: Franz Kälin
Bennauer Theater mit sehr viel Charme und Witz - 1

Bühne

Bennauer Theater mit sehr viel Charme und Witz

Trotz absehbarer Handlung: Der Dreiakter «Boeing Boeing» überzeugt. Die Bennauer Theatergruppe spannt in ihrer neuen Produktion das Publikum unterhaltsam auf die Folter: mit Lachgarantie. Auf der Bühne herrscht viel Dynamik.

Die Premierengäste vom Sonntagabend dürften tags darauf eines gemeinsam gehabt haben: Muskelkater in der Bauchregion. Dies weil die Komödie des Bennauer Theaters derart witzig daherkommt, dass buchstäblich kein Auge trocken bleibt. Turbulent, witzig, hektisch, spannend: Diese Attribute passen auf die Komödie «Boeing Boeing» von Marc Camoletti.

Zugeschnittene Rollen

Regisseur Theo Kälin hat es bestens verstanden, die einzelnen Rollen auf die Fähigkeiten seiner Darsteller zuzuschneiden, die sich in ihrer «Theaterhaut» denn auch sichtlich wohl fühlen. Die Rollen sind durchs Band lebendig, authentisch und emotional ansprechend. Auch Mimik und Gestik stimmen bis ins Detail.

Viel Situationskomik

Es ist nicht primär die Handlung, welche die Lachmuskeln derart strapaziert. Im Gegenteil: Die Story ist recht absehbar. Zu Beginn blieb die Lage mehr oder weniger ruhig. Junggeselle Marco Grob, lässig und mit viel Schwung von Roland Ochsner gespielt, wechselt mit atemberaubender Geschwindigkeit seine Frauen vom fliegenden Personal dreier Luftfahrtgesellschaften. Konfusionen im ausgeklügelten Flugplan, die von Dienstmädchen Anna (Daniela Kauflin), die in ihrer Rolle mit ihrem guten Mundwerk viel Dynamik in den Laden bringt, besser gemanagt wird als vom Liebhaber selbst, gibt es, als Schulfreund Robert Walser (Pirmin Kälin) auftaucht und die Flugzeiten der Schönen der Lüfte sich verändern. Er stellt sich dabei immer wieder selbstlos in den Dienst von Marios Sache, der das Leben vorerst noch in vollen Zügen geniesst.

Ein Kommen und Gehen

Die Stewardessen kommen und gehen, merken aber dank drei Türen nichts voneinander. Kaum ist Mario mit Jacqueline, der etwas misstrauischen Stewardess der Air France (Monika Gisler), ausgeflogen, machen sich die quickfidele Janet der America Airlines (Manuela Stalder) und die leidenschaftliche Judith der Swiss Air (Marina Beeler) über Mario her. Die drei Stewardessen, die munter über die Bühne düsen, schwirren, jetten, wurden mit viel Pepp dargestellt, als ob sie den Job schon einmal gemacht hätten. Doch als die Flugpläne völlig durcheinander gewirbelt werden und alle drei Stewardessen gleichzeitig auftauchen, entsteht für Mario ein heilloses Chaos, das selbst den grossen Playboy nervös macht. Robert, der bei seinem ehemaligen Schulkollegen Mario auf Besuch weilt, und das Hausmädchen haben alle Hände voll zu tun, um dem sonst so gelassenen Mario aus der Grube zu helfen, die er sich selber gegraben hat. Von da an überschlägt sich das Geschehen, treibt allmählich dem Höhepunkt zu, um sich dann wieder in Minne aufzulösen.

Guter Gesamteindruck

Obschon das Ensemble mit sechs Darstellern überschaubar, sich das Bühnenbild während der Vorführung nicht veränderte, blieb «Boeing Boeing» bis zum Schluss spannend. Das Publikum hatte seine Freude daran. Das Ensemble zeigte eine starke Gesamtleistung und hatte mit viel schauspielerischer Leidenschaft die Lacher auf seiner Seite. D ie Spannung, die von der Bühne ausgegangen ist, hat alle, die im Saal waren, in den Bann gezogen. Das raffiniert gebaute Stück und die Darsteller, die ihre Rolle voll auskosten, sorgen für ein eindrückliches Theatererlebnis. Wechselvoll ist der Szenenablauf. Es bezieht mit viel Bewegung sowie mit sprachlichen und optischen Elementen das Publikum, unter dem sich auch Regierungsrat Andreas Barraud befand, förmlich ins Geschehen mit ein. Das verrät sorgfältige Arbeit, dichte Proben und eine umsichtige Regie. Die Hoffnung, dass der Funke aufs Publikum überspringen wird, hat sich bei der Premiere vollauf erfüllt. «Theaterlüt vo Bennau» haben das erreicht, was sie sich vorgenommen haben: Das Publikum soll Situationskomik erleben und Spass haben.

Grosser Beifall

Spontaner Beifall auf offener Bühne, unzählige Lachsalven und lang anhaltender Schlussapplaus bekräftigten dies nach mehr als zwei Stunden Theatervergnügen. Dass ein solches Laientheater immer wieder gelingt, liegt auch an den vielen Helferinnen und Helfern im Hintergrund, welche das Pu

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

30.12.2010

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schwyzkultur.ch/dDp3UV