Köstlich, wie sich «D'Theaterlüt vo Bennau» in immer mehr Missverständnisse und Geheimniskrämereien verstricken. Bild Franz Kälin
Köstlich, wie sich «D'Theaterlüt vo Bennau» in immer mehr Missverständnisse und Geheimniskrämereien verstricken. Bild Franz Kälin

Bühne

Liebeschaos sorgt für Verwirrung

Im Stück «Ein Traum von Hochzeit» gibt es viel zu lachen, obschon auf Biegen und Brechen geschwindelt wird. Das sorgt für Verwirrung und Lacher.

«D'Theaterlüt vo Bennau» haben in vielen Proben mit «Ein Traum von Hochzeit» eine Komödie einstudiert, welche dem Publikum einen rundum vergnüglichen Abend schenkt. Es geht ab der ersten Minute turbulent zu und her  um es mit den Worten eines Zuschauers an der Premiere am Stefanstag zu sagen: «Der Vorhang ging auf, und es hat gleich ‹gräblet›.» Worum geht's? Bräutigam Alex (Pirmin Kälin) lässt es einen Tag vor seiner Hochzeit noch einmal so richtig krachen. Als er am nächsten Morgen mit einem Brummschädel aufwacht, stellt er verwundert fest, dass noch nackte Frauenbeine neben seinen aus der Bettdecke hervorschauen. Es ist das Bett in der Hotel-Suite, wo er mit seiner künftigen Frau Stephanie (Marina Beeler) die Hochzeitsnacht verbringen will. Wie es zu dieser folgenschweren Verwicklung kam, weiss der Bräutigam wegen der vielen Drinks beim Junggesellenabschied nicht einmal ansatzweise. Da die Hochzeit mit seiner Verlobten nicht platzen darf, strickt er mit seinem Trauzeugen Oli (Toni Fässler), einem richtigen Hallodri, viele dürftige Notlügen. Der arme Trauzeuge kennt die Gespielin von Alex überhaupt nicht und verwechselt das Zimmermädchen Linda (Andrea Ochsner) mit der nächtlichen Eroberung des Fremdgehens von Alex.

Chaos pur

Als noch Olis Freundin Lisa (Nicole Reichmuth) ins Spiel kommt, ist das Chaos perfekt. Es gibt sogar Ohrfeigen. Als dann die «Schöne der Nacht» eintrifft, wird die Verwirrung noch grösser, wie Stephanie sie für das Zimmermädchen hält. Es wird gemutmasst, ob es gar ein Callgirl sei. Bald trifft auch Alex' Schwiegermutter Margrith (Andrea Kauflin) ein. Freudestrahlend kommt sie mit dem Hochzeitskleid ihrer Tochter in die Suite und ruft aus: «Das wird ein Traum von Hochzeit.» Das Geschehen wird immer hektischer. Plötzlich hält einer ein Tranchiermesser in der Hand, mit dem er jemanden kastrieren will. Und von draussen hört man die Hochzeitsglocken. Doch allmählich lösen sich die Verwirrungen und Verstrickungen bei diesem Tohuwabohu auf. Was natürlich bei einer richtigen Komödie nicht fehlen darf, ist das «Tür-auf-Tür-zu-Karussell», das sich immer schneller zu drehen beginnt. Nur so viel sei noch verraten. Die Besucher können sich auf eine köstlich turbulente Schlussszene freuen, in der Hoteldirektor Hablützel (Patrick Gyr) noch eine herrliche «Wiener-Schmäh-Note» einbringt. Mehr sei hier nicht verraten.

Ausgeglichenes Spielerensemble

Das Ensemble harmoniert auf der ganzen Linie, das Tempo und die Texte sitzen, der Zweiakter ist ein Heidenspass für das Publikum. Die Schauspieler sind mit Herzblut bei der Sache und gehen in ihren Rollen auf. Köstlich, wie sie sich immer mehr in Missverständnisse und Geheimniskrämereien verstricken. Wer eine süffig-leichte Geschichte liebt, die rund zwei Stunden lang frontal auf die Lachmuskeln abzielt, ist hier goldrichtig. Weiter überzeugt das Stück durch ein schönes Mass an derbem Witz, an hemdsärmeligen Charakteren und zünftigen Dialogen. Die Sprüche mit dem typisch tiefschwarzen britischen Humor kommen beim Publikum an, was einhellige, herzhafte Lachsalven beweisen. Es ist gewaltig, was die siebenköpfige Spielertruppe unter der bewährten Regie von Theo Kälin geleistet hat.

Temporeich

Das kommt im Spiel zum Ausdruck, die Spielerinnen und Spieler beherrschen den Text ausgezeichnet und konnten sich so auf das Schauspiel konzentrieren, was dem Tempo zugutekommt. Die Texte kommen fliessend  ohne Hänger. Die treffliche Besetzung aller Rollen reisst hin, sorgt für einen überaus unterhaltsamen Theaterabend jenseits der Alltagsprobleme. Parallel dazu hat auch die Bühnenmannschaft sehr viel Zeit und Kreativität in das Erscheinungsbild investiert.Für das homogene Gesamtbild haben aber auch die durchdachten und passenden Kostüme gesorgt. Kurzum: Die Aufführung ist ein grosses Teamwork. Obschon der Vorhang wegen technischer Probleme einfach nicht fallen wollte, brandete ein verdient lang anhaltender Applaus auf. Die Spielerinnen und Spieler durften beim Eingang viele Komplimente

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

30.12.2016

Webcode

schwyzkultur.ch/EGjiWZ