Bleibt nur Pose: Friedrich Breitenbach (Roland Ochsner) als Boxer. Bild Christoph Arioli
Bleibt nur Pose: Friedrich Breitenbach (Roland Ochsner) als Boxer. Bild Christoph Arioli

Bühne

Von Meisterboxer und Gemüsefresser

Dominante Ehefrauen, vermeintliche Boxer und «merkwürdige Gefühle» im Kopf. Das alles gibt es im diesjährigen Theater Bennau zu sehen.

Während am Heiligabend daheim das Chrischtchindli in aller Ruhe den Tannenbaum schmücken und die Geschenke bereitstellen konnte, veranstalteten die «Theaterlüt vo Bennau» eine Aufführung ihres aktuellen Stücks «Der Meisterboxer» für Kinder.

Verwirrendes Spiel

In dem Lustspiel, welches von Theo Kälin inszeniert wurde, geht es um den Marmeladenfabrikanten Friedrich Breitenbach (Roland Ochsner). Dieser beschliesst, das Nahrungsterrorregime seiner Frau (Daniela Kauflin), welche ihn zu Gemüse und Bitterwasser verdonnert hat, mit einer List zu umgehen. Er gibt vor, Meisterboxer und Namensvetter Friedrich Breitenbach zu sein und regelmässig Kämpfe im Ring absolvieren zu müssen. Tatsächlich aber nutzt er die freie Zeit, um mit seinem Freund Hugo Hecht (Toni Fässler) auf Schweinebratentour zu gehen. Währenddessen weilt der wahre Meisterboxer Breitenbach (René Gisler) aufgrund eines Kampfes in der Stadt. Nebenbei buhlt dieser zufälligerweise um die Gunst von Breitenbachs Tochter (Caroline Birchler).Als zu guter Letzt noch eine ominöse Tänzerin (Marina Beeler) auftaucht und ebenfalls vorgibt, eine Liaison mit dem Meisterboxer zu haben, ist das Chaos perfekt.

Humorvolle Unterhaltung

Man sieht amüsiert zu, wie die Charaktere allmählich «merkwürdige Gefühle» im Kopf vor lauter Verwirrung bekommen. Wie es sich für eine Posse gehört, sind die Figuren überzeichnet, Karikaturen ihrer selbst und werden dementsprechend dargestellt. Das Bühnenbild und die Kostüme, welche im Stil der 20er-Jahre gehalten werden, sind hübsch anzusehen. Tiefer Sinn oder philosophische Abhandlungen sollte man nicht erwarten, das Stück erfüllt jedoch seinen Zweck: Es unterhält auf humorvolle Art.

Nach den Aufführungen, welche noch bis am 11. Januar stattfinden, ist das Theaterteam jeweils in lokalen Beizen anzutreffen.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

27.12.2012

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schwyzkultur.ch/LWfRmB