Am vergangenen Donnerstag wurde in der Cineboxx in Einsiedeln der Film «Auf den Spuren der Identität?» gezeigt (von links): Angela Dettling, Susann Bosshard-Kälin und Filmemacherin Claudia Steiner. Foto: Urs Fink
Am vergangenen Donnerstag wurde in der Cineboxx in Einsiedeln der Film «Auf den Spuren der Identität?» gezeigt (von links): Angela Dettling, Susann Bosshard-Kälin und Filmemacherin Claudia Steiner. Foto: Urs Fink

Film

Bewegende Familiengeschichten

Claudia Steiner durfte bei ihrer Filmpremiere rund 180 interessierte Zuschauerinnen und Zuschauer begrüssen. Der Kurzfilm setzte sich mit Stammbaumforschung und den zahlreichen Spuren der Migration aus der Innerschweiz nach Louisville, USA, auseinander.

Beeindruckend und kurzweilig präsentierte sich Claudia Steiners neuestes Werk «Auf den Spuren der Identität?». Die Filmemacherin und Journalistin begibt sich mit ihrem 40-minütigen Dokumentar lm auf eine bereichernde Filmreise, beginnend bei der Stammbaumforschung in unserer Region. Familienforschung – sei nicht jedermanns Sache und er sei der einzige in seiner Familie, der sich dafür interessiere, bemerkt Arno Steiner aus Feusisberg treffend. Nicht alle scheinen sich für dieses Thema erwärmen zu können. Wer aber ein Interesse an Geschichte mitbringt und gerne in den Archiven der Zivilstandsämter und Zeitungen recherchiert, findet eine unermessliche Quelle für dieses Vorhaben. Der Zuschauer gewinnt durch Annemarie Fässler, Arno Steiner, Marlis Schuler-Kälin und Edith Zehnder Mettler einen realistischen Einblick in die Welt der Ahnen- und Familienforschung, die insbesondere aus aufwendiger und akribischer Recherche besteht.


Remember where you came from


Faszinierend aber, wenn dank dieser Nachforschungen eine Familie aus Übersee ihre Wurzeln bis in die den Kanton Schwyz rekonstruieren und sich wieder nden kann. Dann wird bei einem Treffen der Angehörigen die Geschichte für einen Moment lang fassbar und es entstehen für die Betroffenen oftmals unvergesslich emotionale Momente – wie im Film. Der Film versteht sich als ergänzendes Puzzleteil zum crossmedialen Projekt Einsiedeln anderswo – Einsiedeln elsewhere, welches vor drei Jahren durch Susann Bosshard- Kälin ins Leben gerufen wurde. Inhaltlich lebt die Dokumentation von der Tatsache, dass zwischen 1850 bis 1950 rund 3000 Einsiedler ausgewandert sind. Mithilfe der Familienforschung ist nun ein wertvolles und wachsendes Bindeglied für die Nachkommen in Louisville, USA, entstanden. Eine Möglichkeit, sich seiner Wurzeln in die Innerschweiz zu erinnern.


Wie weiter?


Angedacht ist, dass dieser Beitrag ab Mitte November auch auf der Plattform www.einsiedeln-anderswo.ch aufgeschaltet wird. Angesprochen auf die Wirkung ihres Kurzfilms äusserte sich die Filmemacherin abschliessend: «Ich wollte den Betrachter dazu anregen, sich über seine eigene Geschichte Gedanken zu machen und zukünftig mehr über Einsiedeln anderswo wissen zu wollen.» Bei einer Mehrheit des Publikums scheint diese Botschaft bereits angekommen zu sein und eine Fortsetzung dieser Familiengeschichten, in welcher Form auch immer, wäre wünschenswert.


Einsiedler Anzeiger / U.F.

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Film

Publiziert am

10.07.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/vhwFyi