Freude am neuen «Schwyzer Heft»: Res Marty (Joachim-Raff-Gesellschaft, von links), Regierungsrat Michael Stähli, Pianistin Galina Vracheva und das Autorenteam Severin Kolb, Heinrich Aerni, Lion und Franziska Gallusser. Bild: Frieda Suter
Freude am neuen «Schwyzer Heft»: Res Marty (Joachim-Raff-Gesellschaft, von links), Regierungsrat Michael Stähli, Pianistin Galina Vracheva und das Autorenteam Severin Kolb, Heinrich Aerni, Lion und Franziska Gallusser. Bild: Frieda Suter

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Musik

Briefe von Joachim Raff gaben Einblick ins Reisen vor langer Zeit

Das neuste «Schwyzer Heft» wurde am Samstag in Lachen vorgestellt. Dank QR-Code enthält es auch akustische Genüsse.

Dem «Schwyzer Heft» mit dem Titel «Unterwegs mit Joachim Raff im Alpenraum » liegen Briefe von zwei Reisen in die Schweiz zugrunde. Die Reise im Mai 1867 führte Joachim Raff und seine Frau Doris über Basel nach Schaffhausen, über den Bodensee und St. Gallen nach Appenzell, dann weiter nach Sargans, Bad Ragaz, Walenstadt und schliesslich nach Glarus und Linthal. Die zweite Reise im Jahr 1873 führte nur in Sichtweite zur Schweiz – unter anderem nach Konstanz, Friedrichshafen und Bregenz. Als Autoren haben sich Severin Kolb, Franziska Gallusser und Lion Gallusser (Vorstandsmitglieder der Joachim-Raff-Gesellschaft) intensiv mit den privaten Briefen befasst. Sie stellten den Inhalt der Briefe für das «Schwyzer Heft» in den Kontext zu anderen Reisen der Raffs und zur damaligen Zeit. Zusätzlich beleuchten der Historiker Joseph Jung und der Musikwissenschaftler Heinrich Aerni Raffs Verhältnis zu seinem Mutterland. Er wurde ja bekanntlich 1822 in Lachen geboren und lebte bis zum 23. Lebensjahr in der Schweiz.

Ausstellung und Heft vereint


Für die Vernissage des 113. Bands der «Schwyzer Hefte» nutzte die Kulturkommission des Kantons Schwyz die aktuelle, von Yvonne Götte äusserst passend kuratierte und durch Alois Nauer anschaulich umgesetzte Jubiläumsausstellung zum 200. Geburtstag von Joachim Raff im Temporären Kunsthaus am Winkelweg in Lachen. Gut 30 Personen nutzten am Samstag die Gelegenheit, tiefere Einblicke in die Vorgeschichte zu bekommen. Diese begann vor rund fünf Jahren in der Bayrischen Staatsbibliothek, wo rund 2000 Briefe aus dem Raff-Erbe ein erstes Mal gesichtet werden konnten. Inzwischen sind mehr als 3000 Briefe transkribiert und archiviert (wir berichteten). Franz-Xaver Risi als Kulturbeauftragter des Kantons Schwyz bezeichnete das «Schwyzer Heft» und den Anlass als Herzensangelegenheiten, die vor allem dank dem unermüdlichen Einsatz von Res Marty und dem fachlich versierten Vorstand der Joachim-Raff-Gesellschaft Lachen zustande gekommen seien.

Stähli unterstrich Erfolgsgeschichte


Der ebenfalls anwesende Regierungsrat Michael Stähli streifte kurz die bald 50-jährige Erfolgsgeschichte der «Schwyzer Hefte». «Sie geben auf leicht verständliche Art Einblicke in das Schwyzer Kulturleben»: Mit Freude konnte der Bildungsdirektor das 137 Seiten umfassende und reich bebilderte aktuelle Werk an Res Marty übergeben. Das Konzept fusst auf der Zusammenarbeit mit der Druckerei Gutenberg in Lachen. Ganz neu ist die Möglichkeit, mittels QR-Code passende Raff-Kompositionen anzuhören. Die Pianistin Galina Vracheva hat Raffs «Schweizerweisen» eingespielt und wird am 3. und 4. Juni live in Lachen zu hören sein. Den musikalischen Rahmen der Vernissage gestalteten Gabriel Schwyter (Klarinette), Ruth Müri (Cello) und Yoko Jnnai (Oboe) mit Raff-Werken. Das «Schwyzer Heft» ist im Buchhandel und bei der Kulturkommission des Kantons SChwyz erhältlich.

Bote der Urschweiz / pd / Frieda Suter

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Literatur
  • Musik

Publiziert am

23.05.2022

Webcode

www.schwyzkultur.ch/ggbscS