Annette Windlin: «Liebeskonzil» wird ihre bisher grösste Inszenierung.
Annette Windlin: «Liebeskonzil» wird ihre bisher grösste Inszenierung.
Stillgelegte Produktionshalle des ehemaligen Hochofens: Sie wird in einem Jahr zum Theatersaal gewaltigen Ausmasses für ein Theaterspektakel gewaltiger Dimension. Bild Josias Clavadetscher
Stillgelegte Produktionshalle des ehemaligen Hochofens: Sie wird in einem Jahr zum Theatersaal gewaltigen Ausmasses für ein Theaterspektakel gewaltiger Dimension. Bild Josias Clavadetscher

Bühne

2013 riesiges Theater-Projekt

Spektakuläres Theater in der stillgelegten Industriehalle. Ende Sommer 2013 wird Annette Windlin in der ehemaligen Hochofen-Halle der Zementfabrik Brunnen «Das Liebeskonzil» inszenieren.

In einem Jahr wird sich ein Teil der Industrieanlagen der ehemaligen Hürlimann-Holcim-Fabriken im Ingenbohler Industriegebiet in eine Theaterlandschaft verwandeln. Der Zementstaub wird der Theaterluft weichen. Annette Windlin als Produzentin und Regisseurin sowie Gisela Widmer als Autorin werden in diesem Areal eine völlig neu gefasste «Himmelstragödie» zeigen, eine Uraufführung also.

Vom «Theaterraum» fasziniert

Herausgewachsen ist diese Produktion aus den bisherigen Inszenierungen – zusammen mit Heidi Weber-Wiget – am Spielort Brunnen. 2004 hat Annette Windlin die Dialektfassung des «Täll» von Paul Schoeck auf die Bühne gebracht, dann 2007 «Chlaus Lymbacher» von Meinrad Inglin und 2010 «Grand Hotel Excelsior», ebenfalls von Inglin. Dieser Rhythmus von drei Jahren wird nun eingehalten, erklärt Windlin. Nicht mehr in Hotel- Lokalitäten als Bühne, sondern in einer Industriebrache. Als sie diese riesige Produktionshalle gesehen habe, wo einst der Drehofen Stein zu Zement gebrannt hat, da habe sie diese einmalige Gelegenheit ergriffen, erklärt Windlin, «da bringt man mich nicht mehr raus». Schon seit Jahren sei sie auf der Suche nach einer Szenerie gewesen, um das «Liebeskonzil» von Oskar Panizza zu inszenieren.

Zwischen Himmel, Erde und Hölle

Ein grotesk-satirisches Drama, das zwischen Himmel, Hölle und Erde steht und einen handlungsunfähigen Gott zeigt, der ob dem von ihm erschaffenen Menschen verzweifelt und nichts anderes mehr weiss, als die Hilfe desTeufels anzufordern. Es soll aber kein moralisierendes Lehrstück, sondern ein grandioses, spektakuläres Theaterspektakel werden, ein lustvolles, sinnliches Erlebnis. Zur Inszenierung werden neben dem Schauspiel auch Chorgesang, Choreografie, Video, Artistik, völlig neu komponierte Live-Musik und eine Vielzahl von Effekten gehören. Die riesige Halle von 100 Metern Länge, 15 Metern Breite und 25 Metern Höhe wird in ihren ganzen Dimensionen bespielt. Windlin will bis zu acht Spielebenen nutzen. Sie nennt in einem faszinierenden Vergleich die Halle eine «nicht mehr genutzte Kathedrale», oder ein «sakrales Gebäude der Endzeit».

Platz für 300 Zuschauer

Der definitive Entscheid, dieses wagemutige Projekt umzusetzen, ist im Juli gefallen. Derzeit ist bei Annette Windlin und Gisela Widmer die Konzeptarbeit im Gange, bis Ende Januar 2013 wird die Spielfassung vorliegen. Bis Ende Mai werden die baulichen Installationen für dasTheater ausgeführt, ab März wird geprobt. Die Premiere ist auf den 24. August 2013 angesetzt. Vorgesehen sind bis Ende Oktober 22 Aufführungen. In der Halle werden einTheater-Foyer und eine Tribüne für 300 Personen aufgebaut. Benötigt wird ein Ensemble von mehr als 50 Personen. Viele Laienspieler aus der Zentralschweizer Theaterszene haben bereits zugesagt. Ebenfalls besetzt ist die künstlerische Leitung. Verpflichtet wurden Christian Wallner und Hansjörg Römer (Komposition), Ruth Mächler (Bühne, Kostüme), Valentina-Maria Mächler (Video), Beat Auer (Bau, Technik, Lichtdesign), Urs Holzgang (Grafik), Georg Anderhub (Fotografie), Urs Zürcher (Finanzen, Produktionsassistenz) und Iwan Rickenbacher (Projektunterstützung).

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

25.09.2012

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