«Trinken Sie heute Nacht mit mir Wein, Leo?» – «Ich muss unbedingt Ihre Stimme hören, Emmi.» Bild Orlanda Senn
«Trinken Sie heute Nacht mit mir Wein, Leo?» – «Ich muss unbedingt Ihre Stimme hören, Emmi.» Bild Orlanda Senn

Bühne

Aus Zufall wird eine Liebesbegegnung per E-Mail

Kultur Brunnen brachte mit dem Theaterabend «Gut gegen Nordwind» eine spannende virtuelle Liebesbegegnung in das Seehotel Waldstätterhof.

Wenn der Nordwind bläst, leidet Emmi Rothner. Doch nun hat sie etwas gefunden, was hilft: die nächtlichen Chats mit Leo Leike. Schuld daran ist eine falsch getippte E-Mail-Adresse. Emmi gelangte nicht an den Verlag, sondern an Leo. Sie nützen den Irrtum und finden Gefallen an ihrer aufblühenden Korrespondenz. Ihre Kommentare sind neckisch bis bissig, das Interesse an und Vertrauen zu der fremden Person wird immer grösser. Schon bald gesteht Emmi Leo, dass sie seine Mails vermisst, wenn er nicht regelmässig schreibt. Es entsteht die Idee der persönlichen Begegnung. Doch es gibt ein Problem. Emmi ist mit Bernhard verheiratet. Leo nennt es ein Erkennungstreffen, das wenigstens stattfinden soll. Zur gleichen Zeit am gleichen Ort, schauen, ob man sich erkennt. Mit etwas Nachhilfe erfahren sie im Nachhinein, wer der andere war, finden einander attraktiv und intensivieren den Internet-Flirt.

Wenigstens ein Kuss

Beide sind längst verliebt und abhängig. Es vergehen Monate, bis Emmis Mann den Kontakt entdeckt und Leo bittet, ihm seine im Alltag abwesende Frau zurückzugeben. Leo beschliesst, nach Boston auszuwandern. Aber vorher will er Emmi wenigstens einmal sehen, einmal küssen. «Gut gegen Nordwind» ist ein Bestseller des Österreichers Daniel Glattauer. Die Bühnenfassung, gespielt von Annette Wunsch und Gian Rupf, war am Freitagabend im «Waldstätterhof» ausverkauft. Kurz vor Beginn mussten zusätzliche Stühle in den Saal gestellt werden. Mit «Gut gegen Nordwind» hat der Verein Kultur Brunnen ein hervorragendes Schauspiel aus 100 Minuten Spannung und Unterhaltung nach Brunnen geholt.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

03.11.2014

Webcode

schwyzkultur.ch/wWMZrv