Per Kran werden die gigantischen Blütenblätter-Spitzen auf die Seerose gehoben. Diese dient im Sommer als Eventbühne auf dem Vierwaldstättersee. Bild Pius Amrein
Per Kran werden die gigantischen Blütenblätter-Spitzen auf die Seerose gehoben. Diese dient im Sommer als Eventbühne auf dem Vierwaldstättersee. Bild Pius Amrein

Bühne

Die Seerose beginnt zu blühen

Auf der riesigen Gästival-Seerose werden derzeit die Blütenblätter montiert. Klar ist nun auch: Es kommt zu Mehrkosten.

Wer in letzter Zeit über den Werftsteg beim Inseli in Luzern spazierte, konnte den riesigen, rosafarbenen Stahlkoloss nicht übersehen. Das Ungetüm erinner- te an eine schwimmende Stierkampf- arena. Seit gestern nun nimmt es seine vorgesehene Form an – nämlich die einer Seerose. «Drei von acht Blättern konnten montiert werden», sagt Pius Barmet, Leiter Marketing und Verkauf von Shiptec, einer Tochtergesellschaft der Schifffahrts- gesellschaft Vierwaldstättersee. «Die in der Werft zusammengefügten Blattspitzen werden mit dem Kran auf den oberen Gerüstrand gesetzt und eingehängt.» Ein- gekleidet wird das Gerippe unter den Blüten zu einem späteren Zeitpunkt. Ein

Blatt wiegt zwei Tonnen

Die Seerose wird das Herzstück des Tourismusprojekts Gästival, welches dieses Jahr zum Jubiläum «200 Jahre Gastfreundschaft Zentralschweiz» ins Leben gerufen wurde. Sie dient als Eventbühne für Konzerte, Theater oder Comedyveranstaltungen. Bis zu 700 Per- sonen sollen in der Seerose Platz finden. Nebst einer Tribüne soll sie auch einen Gastrobereich beherbergen. Acht Blü- tenblätter krönen das Konstrukt der- einst. Jede davon ist zwei Tonnen schwer und einklappbar. Damit soll ein optimaler Schutz gegen Wind und Re- gen geboten werden. «Nur rund eine Minute dauert es, bis ein Blatt ein- oder aufgeklappt ist», sagt Barmet. Drei Millionen reichen nicht Die gesamte Seerose hat einen Durch- messer von 48 Metern und ist 16 Meter hoch. Zum Schwimmen gebracht wird sie von Pontons. Laut Barmet ist man mit den Bauarbeiten der Seerose auf Kurs. «Anfang April werden wir mit der Innenausstattung beginnen.» Nicht auf Kurs ist man mit den Kosten. Die Pla- nungs- und Baukosten hat Shiptec mit drei Millionen Franken veranschlagt. Das Budget wird für den Bau der See- rose allerdings nicht ausreichen. Barmet sagt: «Einerseits gab es kleinere Ände- rungen während des Baus, welche mit Gästival abgesprochen wurden. Ande- rerseits wurde mehr Material für den Stahlbau benötigt.» Gemäss Barmet be- laufen sich die Mehrkosten bisher auf zirka 50 000 Franken. Klar ist hingegen: Die Mehrkosten werden kein Loch in die Gästival-Kasse reissen. Dessen Me- dienbeauftragter Stefan Ragaz sagt dazu: «Die drei Millionen gelten für uns. Wir haben mit Shiptec einen Generalunter- nehmervertrag abgeschlossen.» Am 29. Mai kann die Seerose erstmals be- treten werden. Bis 21. Juni liegt sie in Luzern vor Anker. Anschliessend folgen die Standorte Stansstad, Brunnen, Alp- nachstad, Flüelen und Vitznau.

Bote der Urschweiz (Yasmin Kunz)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

23.02.2015

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schwyzkultur.ch/JtPMer