Unverkennbar: In seiner Mimik und Gestik erkennt man noch heute den «alten» Emil.
Unverkennbar: In seiner Mimik und Gestik erkennt man noch heute den «alten» Emil.

Bühne

Emil erzählt wahre Lügen

Emil Steinberger wusste gestern in der voll besetzten Aula zu gefallen. Nicht der alte Emil, sondern einer, der in einer Doppelrolle vorliest und erzählt, hielt das Publikum mit seinem Programm «Drei Engel» während hundert Minuten nonstop in bester Laune.

Emil Steinberger vorzustellen, ist müssig, und dennoch hat er gestern anlässlich seiner Tournee in Brunnen ein anderes Gesicht gezeigt. In einer Doppelrolle tritt er als Erzähler von Geschichten und Lesungen aus seinem Buch «Wahre Lügengeschichten» auf. Mit drei erhobenen Fingern – die «drei Engel» – dokumentiert er den Wahrheitsgehalt seiner Episoden, und diese drei Finger wurden praktisch stets erhoben.

Seine Mimik ist geblieben

So benötigte es einen gewissen Grad an Spürsinn, um ihm auf die Schliche zu kommen, und er fordert das Publikum auf, in die Rolle von Miss Marple oder Inspektor Colombo zu schlüpfen. Selbst wenn Emil Steinberger nicht mehr mit seinen Kurzstücken wie «Verkehrshaus» oder «Kiosk» auftritt, ist er als Person und mit seinem Humor nach wie vor unverkennbar. Mit seiner Mimik und Gestik ist er eben dennoch eine Kultfigur geblieben. Vor zehn Jahren habe alles mit einer Lesung, die sich im Laufe der Jahre verändert habe, begonnen. Entstanden sei das Bühnenprogramm, in dem sich, wie er selber sagt, «der frühere Emil ins Programm eingeschlichen hat».

Emil für Alt und Jung

Wie alle früheren Auftritte war auch der gestrige in der Aula Brunnen mit über 400 Plätzen ausverkauft. Der Name Emil lässt Alt und Jung aufhorchen und zieht somit die verschiedensten Generationen an. Entsprechend war dann auch die Erwartungshaltung. So meinte ein Besucher der älteren Generation: «Ich bin gespannt, ob man Emil noch erkennt.» Oder eine jüngere Frau sagte: «Ich kenne ihn nur vom Hörensagen – jetzt will ich ihn erleben.» Enttäuscht war niemand, und was wahr oder gelogen war, muss sich jeder selbst zusammenreimen.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

13.12.2010

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schwyzkultur.ch/Vy4qSL