Zum Spass in die «Excelsior»-Szenerie gesetzt: Drei der tragenden Kräfte des Projekts (von links) Ausstatterin Ruth Mächler, Produktionsleiterin Heidy Weber-Wiget und Regisseurin Annette Windlin. Bild Josias Clavadetscher
Zum Spass in die «Excelsior»-Szenerie gesetzt: Drei der tragenden Kräfte des Projekts (von links) Ausstatterin Ruth Mächler, Produktionsleiterin Heidy Weber-Wiget und Regisseurin Annette Windlin. Bild Josias Clavadetscher

Bühne

Inglins Roman wird lebendig

Noch zehn Tage, dann eröffnet das «Grand Hotel Excelsior». Zum dritten Mal wird vom weitgehend gleichen Team in Brunnen Literatur gespielt, die eng mit der Region zu tun hat: Inszenierung also am Entstehungsort.

«Der Vorverkauf läuft sehr gut, die Premiere ist schon seit zwei Wochen ausverkauft.» Initiantin Heidy Weber-Wiget, welche diese Inszenierung angerissen und möglich gemacht hat, sagt das mit tiefer Begeisterung, denn einen so grossenTopf haben sie und ihre Mitstreiterinnen – erstaunlicherweise fast alles Frauen – bisher noch nie auf den Herd gesetzt. 2003 wurde, angeregt durch das schillerscheTell-Jahr, Paul Schoecks «Täll» gespielt, 2007 dann «Chlaus Lymbacher » von Meinrad Inglin. Nun räumen alle ein, dass man eigentlich schon seit zehn Jahren immer an disem «Grand Hotel Excelsior» herumstudiert habe. Jetzt ist es so weit, der Traum ist bühnenreif.

Kein einfaches Projekt

Das Projekt war von Anfang an ambitiös und fordernd. Es mussten einige Klippen umkurvt und Chancen ausgenützt werden. Der bisherige Spielort auf dem Dachgeschoss des Hotels Eden stand nicht mehr zur Verfügung. Es brauchte schon die für das Projekt ideale Fügung, dass das Hotel «Bellevue» definitiv in diesem Herbst geschlossen wird. Weber konnte dort die Räumlichkeiten des ehemaligen Kursaals mieten und nach Bedarf umgestalten. Das Geschehen um das «Excelsior » findet also in der Schliessung und den letzten Tagen des Bellevue ein beängstigend reales Synonym. Seit Juni wird der Kursaal umgestaltet, die bestehende Szenerie wird geschickt genutzt, sie musste nur ausgestattet werden – Teils sogar mit Original-Inventar des Hotels und des Kursaals.

Produktion für 200 000 Franken

Das zweite grosse Problem war erneut Sache von Initiantin Weber: die Finanzen. Die Produktion ist nochmals umfangreicher und aufwendiger geworden als bei den ersten beiden Stücken, die auf die Bühne gebracht worden sind. Diesmal kalkuliert man mit einem Budget von 200 000 Franken. Bereits Ende 2009 hatte Heidy Weber die budgetierten Beträge garantiert, eine Erleichterung für die seither laufenden Arbeiten an der Inszenierung selber, wobei allen klar ist, dass ohne diese Sponsoren gar nichtsgehen würde. Umgekehrt haben diese Geldgeber auf das bewährte Ensemble und die Produktion vertrauen können. Die dritte Herausforderung lag im Stück selber. Das «Grand Hotel Excelsior», diesen episch breiten Roman auf die Bühne zu bringen, warWagnis und Reiz zugleich. Autorin Gisela Widmer, Luzern, hat das Thema auch mit dem erforderlichen Mut bearbeitet, den Kern des Themas bewahrt, aber auch die nötige Dramaturgie zugelassen. Regisseurin Annette Windlin, Küssnacht, spricht von einer ausgeprägtenVerdichtung. Wo der Roman selber sperrig, historisch und oft moralisierend ist, halten Überraschung, Spannung und die ganze Spannweite von Drama und Humor Einzug. Ist es eine Tragikomödie? «Könnte man sagen», bestätigt Annette Windlin.

Grand Hotel Excelsior

Schauspiel, nach dem gleichnamigen Romanvon Meinrad Inglin, für die Bühne,bearbeitet von Gisela Widmer

Team

Regie:
Annette Windlin
Ausstattung:
Ruth Mächler
Video:
Valentina Mächler
Musik: Carlo Gamma und Christian Wallner
Lichtdesign/Technik: Beat Auer
Regieassistenz: Agnes Murmann
Ensemble: 21 Schauspieler

Spieldaten

2. Oktober (Premiere) bis
13. November
(19 Aufführungen)

Spielort

Ehemaliger Kursaal Brunnen,
Bellevuequai, 130 Plätze

Vorverkauf

Brunnen Tourismus,
041 825 00 40
www.grand-hotel-excelsior.ch

Weitere Infos

www.grand-hotel-excelsior.ch

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

21.09.2010

Webcode

schwyzkultur.ch/asaSsm