Musiktherapie mit Benno Muheim (links) und Matteo Schenardi. Bild Patrick Kenel
Musiktherapie mit Benno Muheim (links) und Matteo Schenardi. Bild Patrick Kenel

Bühne

Liebeskummer am Valentinstag

Pünktlich zum Valentinstag stellten Benno Muheim und Matteo Schenardi in «Sing me free» eine schräge Liebestherapie vor.

Die beiden Kleinkünstler sind waschechte Urner, Mitte 30, die auf Einladung von Kultur Brunnen ans andere Ende des Urnersees kamen. Im «Elvira's Trübli » musizierten sie am Freitagabend multiinstrumental und trugen Muheims Liebeslieder vor. Erst im letzten Herbst produzierte er das Konzept für einen kabarettistischen Liederabend. «Es braucht eine Geschichte, um dem Sentimentalen etwas entgegenzuhalten. Deshalb bringen wir sie als Liebeslieder zweier Männer, denen die Liebe schwerfällt.» Schenardi schlüpft in die Rolle des mit einer Fussfessel versehenen Straftäters Steve «Einzig» Herger, Muheim spielt seinen Therapeuten Dr. Guido Andr. Die Inspiration zu dieser Musiktherapie lieferten ein Film über Resozialisierung sowie Vorträge des Psychiaters Frank Urbaniok. Die überzeichneten Figuren «Einzig und dr Andr» wiederum seien in Anlehnung an den dunkelhäutigen Muotathaler Wayne Gwerder entstanden, ohne ihn persönlich zu karikieren, wie Benno Muheim betont.

3F-Therapie

Das Stück kommt als Vortrag vor psychologischen Fachkollegen daher. Auf Folien präsentiert der Therapeut seine drei F (face it, form it, let it free) und analysiert die Texte des von Liebesentzug betroffenen Delinquenten in seinen sentimentalen Liebesliedern. Dabei stammen diese vom Therapeuten selbst. Dieser offenbart daraufhin seinen wunden Punkt, denn auch er leidet unter starkem Liebeskummer. Lautstark rappen und singen Guido und Steve sich frei und tauschen ihre Rollen. Ein stilles Lied rundete den «Vortrag» ab, bevor Muheim und Schenardi in einer Zugabe auf ihre Jugend zurückblickten und ein unerfülltes Liebesabenteuer an der Flüeler Chilbi öffentlich machten.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

17.02.2014

Webcode

schwyzkultur.ch/wacKma