Faszinierende Stimmen: Die Schweizerin Barbara Buhofer spielte mehr als 450 Mal die Sissi, der Brite Julian Tovey die Rolle des Ludwig. (Bild: Josias Clavadetscher)
Faszinierende Stimmen: Die Schweizerin Barbara Buhofer spielte mehr als 450 Mal die Sissi, der Brite Julian Tovey die Rolle des Ludwig. (Bild: Josias Clavadetscher)

Bühne

Sissi und Ludwig II. zu Besuch

Angekündigt war als Ergänzung zur Ludwig-Ausstellung in Brunnen ein kleines Konzert mit Melodien aus den beiden Musicals zu diesen Biografien. Es war aber mehr. Ein Abend mit zwei starken Stimmen, ein Querschnitt durch die ganze Welt der Bühnenmusik.

Der ebenso romantisch veranlagte wie skurrile Bayernkönig Ludwig II. hat zweimal (1865, 1881) Brunnen besucht. Von diesen Besuchen sind einige Spuren erhalten geblieben und viele Legenden. In Erinnerung gerufen werden diese durch eine aktuelle Ausstellung in der Galerie Leewasser, durch die der Besucher informativ und mit vielen Bezügen zur Lokalgeschichte geführt wird.

Im Rahmenprogramm dazu ist – veranstaltet von der Galerie selber – ein Konzert «Sissi und Ludwig geben sich die Ehre» angesetzt worden. Ludwig und seine Cousine Sissi, die ebenso legendäre wie unglückliche Kaiserin Österreichs, lieferten beide mit ihren faszinierenden Biografien Themen für zwei Musicals. «Elisabeth» (Wien, 1992) ist ein anhaltender Erfolg, «Ludwig» (Füssen, 2000) machte schon zweimal Konkurs und läuft jetzt mit Hoffnungen in der dritten Saison. Aus diesen beiden Musicals waren allerdings nur fünf Songs zu hören, alle etwas verklärt, aber melodiös, mit der Sissi-Arie «Ich gehör nur mir» als eindeutigem Höhepunkt.

Kleine Szenen gespielt

Dass nicht mehr aus den beiden romantischen Musicals zu hören war, hätte enttäuscht, wenn nicht das übrige Repertoire grandios gewesen wäre. Barbara Buhofer, eine ausgesprochen kräftige Sopranstimme, und Julian Tovey, ein ebenso kerniger Bariton, beide sehr dynamisch, in der Diktion hervorragend, boten einen Querschnitt durch fast die ganze Bühnen-Gesangsliteratur. In Soli, dann wieder im Duett, sehr abwechslungsreich und keineswegs nur konzertant. Dass beide Bühnenerfahrung haben und das Schauspielerische selber geniessen, drückte sich in Gestik, kleinen Szenen und letztlich in einem überzeugenden Rollenspiel aus.Verblüfft hat die Weite der Repertoires. Mozarts Duett «La ci darem la mano» aus «Don Giovanni» war absolut faszinierend, genauso das glanzvolle «O mio babbino caro» von Puccini, das mystische «Holder Abendstern» aus Wagners «Tannhäuser». Der Bogen reichte hinüber zu Lehár-Kompositionen und dann gegen Schluss zu den ganzen grossen Musicals der amerikanischen Bühnenklassik: «Showboat», «West Side Story», «Porgy and Bess», alles ein Genuss. Ein äusserst herrlicher Abend, der auch bewiesen hat, dass der Mythensaal im Seehotel Waldstätterhof einzigartige akustische Qualität hat.

Themenausstellung «Ludwig II. von Bayern»

bis 24. Juli, Mittwoch bis Samstag 14.00 bis 22.00 Uhr, Sonntag 14.00 bis 18.00 Uhr.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

18.07.2011

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