Die strahlende Bartlifamilie, mottogetreu verkleidet als indianische Helden: Carlo und Irene Arioli (Mitte) und die drei Töchter (von links) Leana, Sanja und Lara. Bild: Josias Clavadetscher
Die strahlende Bartlifamilie, mottogetreu verkleidet als indianische Helden: Carlo und Irene Arioli (Mitte) und die drei Töchter (von links) Leana, Sanja und Lara. Bild: Josias Clavadetscher

Volkskultur

Carlo Arioli ist Brunner Bartlivater 2020

Die Wahl des beliebten und begeisterten Fasnächtlers hat im Verein einige Umstellungen zur Folge.

Jetzt hat ein ebenso eingefleischter wie beliebter Urfasnächtler das grosse Ehrenamt übernommen. Mit Carlo Arioli und seiner ebenso fasnachtsbegeisterten Familie wird die Brunner Fasnacht erneut zu Höhenflügen ansetzen. Eigentlich sei er ja nicht «nur» Bartlivater, sondern Brunner Fasnachtsvater, wurde aus der Versammlung vermerkt. Bevor am Samstagabend allerdings das Rätsel aufgelöst worden ist, waren noch etliche kriminelle Szenen zu überstehen. Der Bartlirat, mottogetreu verkleidet als Ganoven, Polizisten, Staatsanwalt und mit Präsident Daniel Montandon als Richter, spielte verschiedene Fasnachtstatbeständ, mit Anklage, Richterspruch und Urteil durch. Bis dann zuletzt das Geständnis kam: Carlo Arioli, seine Frau Irene und die drei Töchter Dana, Leana und Sanja wurden mit tosendem Applaus, Konfettikanonen und Sprechchören empfangen. Carlo Arioli ist ein überaus versierter Vollblut-Fasnächtler. Als Bartlirat, Wagenbauer, Sujetchef, Umzugs- und Materialchef, Feuerwerker, als treibende Kraft der Füürtüüfle, als Schnitzelbänkler und auch als Nüssler bringt er jahrzehntelange Erfahrung ein. Er trägt das Fasnachtsherz am richtigen Fleck. Bei der Übergabe der Insignien war das für alle spürbar: Sichtlich bewegt hat der sonst nicht um Witz und Schlagfertigkeit verlegene Carlo Arioli das Amt angenommen.

28 Fasnächtler hatten richtig getippt


Für die Brunner Fasnächtler kam diese Ernennung nicht ganz unerwartet. Schon seit Jahren wurde spekuliert, dass Carlo Arioli Bartlivater werden könnte. Im Rätsel haben prompt 28 Befragte richtig auf ihn getippt. Im Rätsel übrigens hatten alle Angaben ihre Richtigkeit. Arioli hat während Jahren in Wädenswil als Briefträger gearbeitet, hat heute beruflich als Lager- und Silochef der Reismühle mit Reis und damit mit der halben Welt zu tun, fährt in den Ferien nicht zu den Wellen, sondern zu den Wallisern, singt gerne Weihnachtslieder und war in jungen Jahren Fussballer. Für die Bartligesellschaft hat diese Wahl Umstellungen zur Folge, da Carlo Arioli seine Chargen dieses Jahr natürlich nicht ausführen kann. Ad interim werden als Sujet- und Umzugschef Remo Inderbitzin und als Materialchefs Beni Fuchs und Res Camenzind amtieren. Sie werden einiges zu tun haben, denn bereits vor Bekanntgabe des Bartlivaters waren mehr als 50 Umzugsnummern angemeldet. Nun dürften es noch mehr werden. Der Schmutzige Donnerstag in Brunnen wird wirklich «knallen», wie dies Feuerwerker Arioli versprochen hat – mit der Besonderheit, dass ein Bartlivater den Harligingg in Flammen setzen darf, den er selber gebaut hat.

Bote der Urschweiz / Josias Clavadetscher

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

13.01.2020

Webcode

schwyzkultur.ch/tjEyNt