Christian Aschwanden wusste viel Interessantes zu berichten im Persönlich von DRS 1 im Theresianum.
Christian Aschwanden wusste viel Interessantes zu berichten im Persönlich von DRS 1 im Theresianum.

Dies & Das

250 verfolgten «Persönlich»

Zum Auftakt des 150-Jahre-Jubiläums des Theresianums kam gestern die Radio-Talksendung «Persönlich» direkt aus dem Theri. 250 Personen verfolgten in der Aula das Gespräch über Schule und Schoggi.

Madeleine Hollenstein und Christian Aschwanden sassen vor Sendebeginn etwas steif auf ihren Polstersesseln in der Aula des Theresianums. Die beiden waren zu Gast bei Moderatorin Karin Frei in der sonntäglichenTalksendung von Radio DRS 1, die von zehn bis elf Uhr ausgestrahlt und jeweils von rund 474 000 Menschen gehört wird. Er habe recht gut geschlafen, versicherte Christian Aschwanden, Steinen, verheiratet und Vater von zwei Kindern. Doch die Woche vor der Sendung sei er nervös gewesen. Der zweite Gast war die 75-jährige, gebürtige Luzernerin Madeleine Hollenstein, ehemaligeTheri- Schülerin und Sekundarlehrerin.

Aschwanden wusste zu erzählen

Er sei ein Süsser, sagte Karin Frei keck zu Christian Aschwanden, doch nicht seiner blauen Augen, sondern seiner Schoggi-Fabrik wegen. Sie sprach damit seine Funktion als Geschäftsführer der Max Felchlin AG in Schwyz an. Dennoch begann das Gespräch etwas verhalten, besonders wegen Madeleine Hollensteins zurückhaltender Art. Es gewann an Zug, als Aschwanden erzählte, wie unkonventionell Max Felchlin jun., «ein Exzentriker mit vielen Ideen», ihn zu seinem Nachfolger gewählt hatte. Oder als er von seinen Reisen nach Südamerika zu den Kakaobohnen erzählte, mit kriminellen Flügen und eigenartigen Speisen. So habe bei einem Häuptling in Ecuador ein Getränk aus einer Kokosnuss die Runde gemacht, das nach Sauermilch schmeckte. Es handelte sich um Maisbier. Die Maiskörner seien von den Frauen vorgekaut worden. Aschwanden kam nicht darum herum, das «Speuzbier» in der Folge noch ein paar Mal zu trinken.

In Ingenbohl ging eine Welt auf

Die 75-jährige Madeleine Hollenstein war das älteste von zwölf Kindern. Wie aber kam die Frau nach dem Krieg in die Kaderschmiede für höhere Töchter? Sie erhielt einen Freiplatz, weiss aber bis heute nicht, wie ihre Eltern zu diesem kamen. Hollenstein lebte unten an der Himmelsleiter im Paradies. Hier waren rund 40 Schülerinnen im Internat untergebracht, daneben die Sprachheilschule und eine Primarschule für Mädchen. «Ich kam nach Ingenbohl und es ging eine Welt auf», erklärte die Ehemalige. Hier habe sie ihr Frauenbild gefunden. Madeleine Hollenstein erinnert sich an ihre erste Turnstunde, in der sie einen Lachanfall gekriegt hat, wegen der turnenden Schwester im Ordenskleid. Auf die Frage, ob sie auch reise, antwortete sie: «In Gedanken.» Als Kind sei sie oft mit ihrem Vater unterwegs gewesen, der einen Stummfilmverleih betrieb. Vor allem war sie eine Leseratte, was im letzten Schuljahr auskam – wegen ihrer verformten Strümpfe. Darin hatte sie die Bücher gesteckt, denn wenn abends alles ruhig war, ging sie auf die Toilette und las. Als eine Ordensschwester sie ertappte und nach dem Buch greifen wollte, sagte Hollenstein: «Schwester, ich dachte, man dürfe einander nicht so anfassen.»

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

11.01.2010

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schwyzkultur.ch/bD3yF7