«Alte Sust» in Brunnen: Aus der ehemaligen Bauruine ist bereits erkennbar ein historisches Haus geworden. Bild Josias Clavadetscher
«Alte Sust» in Brunnen: Aus der ehemaligen Bauruine ist bereits erkennbar ein historisches Haus geworden. Bild Josias Clavadetscher

Dies & Das

Alte Sust unter neuem Dach

Rechtzeitig vor der Winterpause ist die «alte Sust» in Brunnen eingedeckt worden. Die Bauruine ist verschwunden, das Projekt ist auf Kurs, ab Sommer 2012 kann die Sust wieder genutzt werden.

Viele haben nicht mehr daran geglaubt, dass die verlassen am Fusse des Urmibergs stehende «alte Sust» doch noch saniert werden kann. Erst dank dem Engagement von Jost Schumacher, Luzern, und der Gründung einer Stiftung ist Schwung in das ambitiöse Projekt gekommen.

Ausgrabung durchgeführt

Genau vor einem Jahr ist das Projekt ins Bewilligungsverfahren gegangen. Im letzten Juni sind die Bauarbeiten aufgenommen worden. Wie Stiftungspräsident und Schwyzer Regierungsrat Peter Reuteler bestätigte, war dies tatsächlich «fünf vor Einsturz». Die ersten Arbeiten mussten sich darauf konzentrieren, die verbliebene Substanz zu stabilisieren und statisch zu sichern. Anschliessend konnte der Bauschutt im Innern entfernt werden, das Kellergeschoss mit Warenlager und einer Küche wurde freigelegt. Wie Reuteler bestätigte, habe man darauf recht interessante archäologische Ausgrabungen durchführen können. Davon erhofft man sich weitere Hinweise auf die Geschichte des Hauses. Gemäss Georges Descoeudres, emeritierter Professor für Archäologie, schloss man nicht aus, Spuren von Vorgängerbauten finden zu können.

Südländische Architektur

Da die Sust architektonisch stark an südländische Bauten erinnert und für die Region untypisch ist, geht eine Theorie in die Richtung, dass es sich nicht um eine vom Alten Land Schwyz betriebene Sust gehandelt haben könnte, sondern um die Station, das Warenlager und den Umschlagsplatz eines oberitalienischen privaten Handelsunternehmens. Die Ergebnisse der archäologischen Untersuchung werden später publiziert. Inzwischen sind die Aussenmauern ergänzt und die Fassaden verputzt worden. Im Innern ist praktisch ein zweites Haus mitsamt Zwischenisolation erstellt worden. Dieser Rohbau ist ebenfalls fertig erstellt sowie das Dach eingedeckt. Wie Reuteler zum Terminplan erklärte, werde man in etwa zwei Monaten eine kleine Aufrichte feiern können. Im restlichen Halbjahr wird anschliessend der Innenausbau weiter geführt. Realisiert werden eine Fünfeinhalbzimmerwohnung, die vermietet wird, und im Erdgeschoss ein Austellungsraum. Er wird gemäss Vereinbarung mit der Gemeinde Ingenbohl für die öffentliche Nutzung zur Verfügung stehen. Im Sommer 2012 soll die «alte Sust» ihrer Bestimmung übergeben werden. Anschliessend wird das direkt neben der Sust stehende Wohnhaus abgebrochen und die Umgebung neu gestaltet.

Finanzierung praktisch gesichert

Das ganze Projekt rechnet unverändert mit Kosten von 1,8 Mio. Franken. Wie Reuteler bestätigte, werden davon 1,1 Mio. Franken durch Beiträge von Kanton, Bezirk Schwyz und privaten Stiftungen und Geldgebern gedeckt. 600 000 Franken werden hypothekarisch stehen gelassen. Auch für den zuletzt noch offen gebliebenen Betrag von 90 000 Franken zeichnet sich nun eine Lösung ab.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

29.12.2011

Webcode

schwyzkultur.ch/wkPBEx