Der Auslandschweizerplatz in Brunnen soll durch das Projekt «Artists in Residence» auch für kunstschaffende Auslandschweizer ein Ankerplatz in ihrer Heimat werden. Bild Andreas Seeholzer
Der Auslandschweizerplatz in Brunnen soll durch das Projekt «Artists in Residence» auch für kunstschaffende Auslandschweizer ein Ankerplatz in ihrer Heimat werden. Bild Andreas Seeholzer

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Jäger und Sammler der Heimat

Ein Auslandschweizer Künstler darf einnen Monat lang in Brunnen arbeiten. Zu einem Thema, das ein Festival vorgibt.

Es wird ab sofort gesucht: ein SchweizerLandschaftsmaler oder eine Schweizer Landschaftsmalerin mit Wohnsitz im Ausland. Mit diesem Aufruf starten die Galerie Leewasser Brunnen, die Auslandschweizerorganisation (ASO) und die Stiftung Auslandschweizerplatz ihr Projekt «Artists in Residence». Sie vergeben erstmals diesen Sommer einem Auslandschweizer Künstler ein Residenzstipendium. Der Vizepräsident des Stiftungsrats des Auslandschweizerplatzes, Norbert Mettler, erklärt, wie es dazu gekommen ist: «Es sind zwei Ideen zusammengetroffen.» Er selbst sei an einem ASO-Kongress durch eine Auslandschweizer Künstlerin darauf aufmerksam gemacht worden, dass es in der Schweiz keine Plattform für sie gebe. «Diesen Input haben wir im Stiftungsrat aufgenommen, wo er dann vorerst eine Weile schlummerte.»

Alfred Schoeck gibt den Rahmen

Solange, bis Mettler sich mit Franziska Amstad, Kuratorin der Galerie am Leewasser, über eine ähnliche Idee unterhielt. Sie hatte 2015 bereits eine Künstlerin zu Gast. Die Schwyzerin Regula Trutmann, die in Senegal lebt, konnte das Dachgeschoss der Galerie als Atelier nutzen. Man war sich einig: Dieser Raum der Galerie soll auch 2016 in ein Atelier umgewandelt werden. Dass sich ausschliesslich Landschaftsmaler für das Stipendium im Zeitraum vom 16. Juli bis zum 13. August bewerben können, hat mit einem Kunstereignis zu tun. Vom 1. bis 11. September findet in Brunnen das grosse Othmar- Schoeck-Festival statt. Den Anlass dazu gibt der 130. Geburtstag des Komponisten Othmar Schoeck (1886–1957) sowie der 175. Geburtstag seines Vaters, Alfred Schoeck (1841–1941). Alfred Schoeck war ein international anerkannter Landschaftsmaler, der nun dem Auslandschweizer-Projekt den künstlerischen Rahmen vorgibt. «Wir suchen einen Jäger und Sammler im Gebiet der Landschaftsmalerei», sagt Amstad. Denn als solchen habe sich der Künstler Schoeck verstanden. «Wenn das Projekt hier und auch im Ausland ein Erfolg wird, wollen wir es nächstes Jahr wieder durchführen», sagt Norbert Mettler. Wie Mettler und Amstad bestätigen, haben sich bereits Interessenten gemeldet.

Rondinone wäre Sensation

Auf die Anfrage, ob darunter auch der in New York lebende Brunner Künstler Ugo Rondinone sei, sagt Mettler: «Das wäre natürlich eine Sensation, aber es ist wohl eher unrealistisch, dass ein derart renommierter Künstler sich bewerben wird.» Die Kunstschaffenden können sich bis am 29. Februar bewerben. Ihnen werden die Anreise, ein Studio in Brunnen, das Atelier in der Galerie und die Lebenskosten finanziert. Nach ihrem Schaffen im Atelier werden die Arbeiten im Obergeschoss der Galerie ausgestellt. Das Künstler-Projekt startet in einem Jubiläumsjahr: Die Galerie am Leewasser feiert das 15-Jahr-, der Auslandschweizerplatz das 25-Jahr- und die ASO das 100-Jahr-Jubiläum.

Bote der Urschweiz (Andrea Müller)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

28.01.2016

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schwyzkultur.ch/yupjnD