Stiftung macht vorwärts: Die baufällige alte Sust (rechts) in Brunnen soll gerettet werden. Das links danebenstehende Wohnhaus wird abgerissen. In einem grösseren Abstand dazu sollen zwei neue Häuser gebaut werden.
Stiftung macht vorwärts: Die baufällige alte Sust (rechts) in Brunnen soll gerettet werden. Das links danebenstehende Wohnhaus wird abgerissen. In einem grösseren Abstand dazu sollen zwei neue Häuser gebaut werden.

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Stiftung will Brunner Sust allein retten

Eine Stiftung will die alte Sust am Fusse des Urmibergs in Brunnen retten – und zwar nun ohne Beitrag aus der Gemeindekasse. Nötig wird hingegen die Zustimmung des Gemeindebürgers für eine Umzonung. Die Abstimmung darüber soll am 13. Juni stattfinden.

Nun ist definitiv bekannt, wie es mit der Rettung der alten Sust in Brunnen weitergehen soll. Die am 15. Februar gegründete Stiftung «Alte Sust Brunnen» orientierte gestern darüber in Schwyz. Die Stiftung, deren Zweck darin besteht, den uralten Steinbau am Fusse des Urmibergs (siehe Box) im Baurecht zu erwerben und in seinem historischen Stand bestmöglich zu erhalten, wird von Regierungsrat Peter Reuteler präsidiert. Vizepräsident ist der eigentliche Initiant des Vorhabens, der Luzerner Anwalt und Präsident der Schweizerischen Umweltstiftung Jost Schumacher. Einsitz haben auch Paul Betschart und JosefArnold, zwei Mitglieder der jetzigen Eigentümerfamilie.

1,5 Millionen im Alleingang

Der Baurechtsvertrag zwischen der Stiftung und der Besitzerfamilie Betschart ist gestern unterzeichnet worden. Dieser über 100 Jahre laufende Vertrag betrifft eine 710 Quadratmeter grosse Parzelle, auf der die alte Sust steht. Die Parzelle erhält die Stiftung gratis. Die Stiftung beabsichtigt, das Gebäude für 1,5 Millionen Franken instand zu stellen. Gemäss Architekt Hansjörg Kaufmann wird der alte Bruchsteinbau in Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege wieder aufgebaut. Ein Fünfeinhalbzimmerhaus wird entstehen. Östlich und westlich werden je Holzkonstruktionen angebaut. Im Erdgeschoss seeseits wird ein Gartensaal entstehen. Über die genaue Nutzung seien noch keine definitiven Entscheide gefallen, sagte Schumacher. Möglich seien aber Ausstellungen, beispielsweise über alte Verkehrswege in der Zentralschweiz, oder andere kulturelleAnlässe. Finanziert wird das Ganze durch die Stiftung selbst. Eine Million (Kantons-, Bezirks- und Sponsorenbeiträge) sei bereits vorhanden. «Ich bin zuversichtlich, dass wir die fehlende halbe Million bei Sponsoren aufbringen werden. Sonst würde ich für den Rest selbst in die Bresche springen», sagte der historisch bewanderte Kunstliebhaber Schumacher, der bereits 2003 das Projekt «Kapellbrückenbilder» in Luzern finanziert hatte. EinGemeindebeitrag, von dem bis anhin die Rede war, wird nicht mehr benötigt.

Teilzonenplan nötig

Voraussetzung für die Rettung der alten Sust ist die Genehmigung desTeilzonenplanes durch die Stimmberechtigten der Gemeinde Ingenbohl. Die Baurechtsparzelle soll von der bestehenden W2-Zone in eine Freihaltezone umgezont werden. Das in einem Abstand von 3,5 Metern danebenliegendeWohnhaus wird abgerissen. Dadurch erhält die alte Sust mehr Freiraum. Die Familie Betschart möchte in einem Abstand von 15 Metern zur alten Sust zwei neue Mehrfamilienhäuser à je fünfWohnungen erstellen. Dafür wird aber eine Erweiterung der bisherigen W2-Zone Richtung Schiller nötig. Die Gesamtfläche würde rund 1200 Quadratmeter betragen. Am 14.April findet die Gemeindeversammlung statt. Am 13. Juni wird darüber abgestimmt.



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Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

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Publiziert am

06.03.2010

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schwyzkultur.ch/Sw1axT