Auch wenn schon Konfetti in seiner Perücke steckt, hatte das Strätteli die Lage zu diesem Zeitpunkt noch im Griff. Bild: Erhard Gick
Auch wenn schon Konfetti in seiner Perücke steckt, hatte das Strätteli die Lage zu diesem Zeitpunkt noch im Griff. Bild: Erhard Gick

Dies & Das

Strudeli und Strätteli mit Eisbrocken beworfen

Die beiden Brunner Fasnachtsfiguren hatten es schwer am 1. Fasnachtstag. Sie wurden derart stark geplagt, dass sich die Vereinigte Fasnachtsgesellschaft nun Massnahmen überlegt.

Zum Glück stecken starkeMänner in den Kostümen der beiden Waldfrauen Strudeli und Strätteli, die jeweils am Abend des 1. Fasnachtstages in Brunnen eintreffen. Doch die beiden kräftigen Greifler hatten es am Montag schwer, sehr schwer. Auch wenn Strudeli und Strätteli jeweils mit dem Tanngrotzli und dem Besen durch das Publikum fahren und die Mädchen erschrecken, ist dies doch weit entfernt von der Brutalität, die den beiden am Montag widerfuhr.

Jugendliche machten Jagd auf die Waldfrauen

Kinder und Jugendliche haben den Figuren gezielt Konfetti in die Masken geworfen. Das kann für die beiden Hexen beim Einatmen gefährlich werden. Die Männer, die in den Figuren stecken, ziehen wegen der Maske mit Tunnelblick durchs Publikum. Am Montag wurde ihnen hinterrücks an Kostüm, Kopftuch und Perücke gezerrt. Es wurde ihnen auf denRücken geschlagen, und es wurde gar auf den Rücken gesprungen. Sie wurden mit Schnee und Eisbrocken beworfen. Tanngrotzli und Besen wurden festgehalten, so dass die Figuren nicht mehr wirken konnten. Sie mussten diese hochhalten, um sich überhaupt noch bewegen zu können. Die Jugendlichen machten in ihrem Übermut richtiggehend Jagd auf die beidenWaldfrauen, teils vor den Augen der Eltern. Es fehlte an jeglichem Respekt. Brauchtumsliebhaber griffen vehement ein, um die Lage zu beruhigen.«Schade, dass man traditionellen Figuren nicht mehr Anstand und Respekt entgegenbringt», schüttelte TatjanaHofer, Präsidentinder Vereinigten Fasnachtsgesellschaft Brunnen, den Kopf. Früher sei man den Figuren eindeutig mit mehr Respekt begegnet, erklärt sie weiter. Nun lässt die Präsidentin Strudeli und Strätteli am Schmutzigen Donnerstag im grossen Umzug mitlaufen, damit das Publikum sie einmal aus der Nähe betrachten kann. In Zukunft will sie den Figuren bei ihren Auftritten zu deren Schutz Aufpasser zur Seite stellen.

Bote der Urschweiz (Silvia Camenzind)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

13.01.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/t2hndY