Die Skulptur des Brunner Künstlers Ugo Rondinone soll Wahrzeichen von Andermatt werden. Bild Keystone / Urs Flüeler
Die Skulptur des Brunner Künstlers Ugo Rondinone soll Wahrzeichen von Andermatt werden. Bild Keystone / Urs Flüeler

Kunst & Design

Brunner schuf Wahrzeichen

Ein gigantisches Steinmandli aus Granit ziert neuerdings den Kreisel gleich nach der Schöllenen. Dieses Kunstwerk von Ugo Rondinone soll die Entwicklung des Dorfes symbolisieren.

Wer gestern Vormittag mit dem Auto von der Schöllenen Richtung Andermatt fuhr, sah kurz nach dem Urnerloch inmitten des neuen Verkehrskreisels, der sich eingangs des Dorfes befindet, ein riesiges schwarzes Tuch. Wohl so mancher Lenker dürfte sich beim Warten an der Ampel und beim Passieren des momentan nur halbseitig befahrbaren Kreisverkehrs gefragt haben, was sich darunter verbirgt. Am Mittag wurde das Geheimnis gelüftet, und zwar von Grossinvestor Samih Sawiris höchstpersönlich. Mit dem kräftigen Ziehen an einem Seil fiel das Tuch, und der Blick auf ein sieben Meter hohes und nicht weniger als 20 Tonnen schweres Steinmandli wurde frei. Diesem Enthüllungsspektakel wohnten rund 150 geladene Gäste bei, darunter viel Prominenz aus Politik und Wirtschaft.

Vergangenheit mit der Zukunft verbinden

Geschaffen hat die eindrückliche Skulptur, mit der die Andermatt Swiss Alps AG dem Urserental ein neues Eingangstor und Wahrzeichen beschert hat, der aus Brunnen stammende, aber schon seit geraumer Zeit in New York lebende renommierte Schweizer Künstler Ugo Rondinone. Das nun in Andermatt platzierte Kunstwerk stammt aus dem Zyklus «Human Nature». An der gestrigen Einweihung konnte Rondinone nicht persönlich anwesend sein, weil er zurzeit in San Francisco mit dem Aufbau einer Einzelausstellung beschäftigt ist. Er liess jedoch eine Nachricht verlesen, die unter anderem folgenden Wortlaut beinhaltete: «Steine sind die Knochen der Erde. Als Symbol ist Stein ein historisches Gefäss, das Stabilität Kraft, Zeit, Erinnerung und Wurzeln repräsentiert. Die Steinfigur ist die archetypischste Darstellung der menschlichen Gestalt, zeitlos und universell. Sie ist ein Symbol, das über kulturelle Grenzen hinausreicht und generationsübergreifend wirkt. Der Stein wurde grob in sechs Blöcke geschnitten und übereinander gestapelt, um so die menschliche Figur zu bilden. Das Steinmandli steht als Portal vor der Weite der Natur, durch die wir uns in einen Zustand der Ruhe und Erdung von Energie transportieren können, und wo wir unsere Vergangenheit mit der Zukunft verbinden. Es ist ein Tor zum Süden und auch ein Tor zu den Alpen.» Rondinone verlieh in seinem Schreiben der Hoffnung Ausdruck, «dass die Einwohner von Andermatt das Steinmandli bald in ihre Herzen schliessen werden».

Lokalverbundenheit und Weltoffenheit

Sawiris gab die Blumen zurück: «Die Skulptur passt ausgezeichnet zu diesem Platz. Wir sind glücklich, dass wir ein Werk von Ugo Rondinone an diesem prominenten Ort platzieren können. Das Steinmandli begrüsst Reisende, Gäste und Einheimische gleichermassen und symbolisiert auf ideale Art die Verbindung zwischen alt und neu sowie zwischen nah und fern.» Andermatt demonstriere mit der neuen Skulptur am Eingang zum Ort, zum Tal und zum Ferienresort zugleich Lokalverbundenheit und Weltoffenheit. Auf die Idee, ein Kunstwerk von Rondinone ins Urserental zu holen, kam Sawiris bei einem Besuch in New York, wie er verriet: «Vor dem Rockefeller Center standen sechs dieser Figuren. Diese waren derart beeindruckend und stark, dass ich sie nie mehr vergessen habe. Ich habe mich dann näher mit dem Künstler befasst. Als der neue Kreisel spruchreif wurde, war für mich klar, dass eine solche Figur bestens hierher passt. Das ist ein tolles Willkommenszeichen.»

Bote der Urschweiz (Urs Hanhart)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

19.05.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/2y2Y5D