Das Bild stammt von Albert Bierstadt, einem bekannten amerikanischen Landschaftsmaler deutscher Herkunft. Bild: PD
Das Bild stammt von Albert Bierstadt, einem bekannten amerikanischen Landschaftsmaler deutscher Herkunft. Bild: PD

Kunst & Design

Der Urnersee hängt in Washington

In einem Museum steht der SchweizerBesucher plötzlich vor einem Bild der eigenen Heimat. So in der National Gallery of Art in Washington D.C.

Dutzende Maler von Weltbedeutung haben unserer Gegend bereist und vor allem Landschaftsmotive verewigt. Allen voran der grosse William Turner (1775– 1851), der serienweise Bilder von der Rigi, den Mythen, dem Urnersee, dem Lauerzersee und von Schwyz und Brunnen hinterlassen hat. Sie werden heute für Millionenbeträge gehandelt oder auf Auktionen versteigert. Aber nicht nur in europäischen Galerien und Ausstellungen stösst man auf Motive aus unserer Heimat. Das Gleiche kann einem in der National Gallery of Art in Washington passieren. Dort stösst der Besucher auf ein sehr grosses Gemälde im Format von 3,0 auf 1,8 Metern, welches das Panorama des Urnersees und den Talboden bei Brunnen zeigt. Der damalige Standort des Malers muss etwa auf halber Strecke zwischen Wylen und Schränggigen gewesen sein. Rechts im Bild ist nämlich Wylen mit der durch die künstlerische Freiheit stark veränderten Kapelle zu sehen, darunter die gedeckte Wylerbrücke und dahinter die Ebene des Föhneneich und die mäandrierende Muota. Auf dem See ist ein Dampfer zu sehen, in der Ebene Bauern beim Heuen, links im Schatten der Bäume eine rastende Wandergruppe. In hochsommerlichem Gefühl füllt dann das Panorama zwischen Gitschen, Uri Rotstock, Ober- und Niederbauen die Szenerie. Das Bild stammt von Albert Bierstadt (1830–1902), einem bekannten amerikanischen Landschaftsmaler deutscher Herkunft. Er war vor allem für Panoramabilder aus den Rocky Mountains bekannt. 1856 hat Bierstadt jedoch die Schweiz bereist und ist mit vielen Skizzen nach Hause zurückgekehrt, wo dann die Bilder in Öl entstanden sind. Dieses Bild vom Urnersee gilt als bedeutendstes aus der frühen Karriere von Bierstadt. Es wurde 1858 in New York an der jährlichen Ausstellung der National Academy of Design erstmals gezeigt und löste ein sensationelles Echo aus. Bierstadt wurde als neuer Star gefeiert. Nach dieser ersten Ausstellung ging das Bild sozusagen auf Wanderschaft, wurde in Museen und Ausstellungen in New Bedford, New York und Boston gezeigt, bevor es dann in der National Gallery of Art in Washington D.C. 1992 einen definitiven Standort gefunden hat.


Bote der Urschweiz / Josias Clavadetscher

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

06.08.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/SpXM2v