Kunst und Ausstellungsort: Es ist das Gesamtpaket, welches das Publikum staunen lässt. Bild Silvia Camenzind
Kunst und Ausstellungsort: Es ist das Gesamtpaket, welches das Publikum staunen lässt. Bild Silvia Camenzind

Kunst & Design

Ein wuchtiges Kunsterlebnis auf mehreren Ebenen

Die Zürcher haben die «Manifesta», die Schwyzer «Das Fabrikutop» in der Zementfabrik: ein Muss für alle Kunstfreunde.

900 Quadratmeter gross ist die Halle 37 auf dem Areal der ehemaligen Zementfabrik Hürlimann. Künstler und Kurator Mischa Camenzind machte sich nach dem Jahr 2012 zum zweiten Mal daran, die Riesenhalle mit Kunst zu beleben. Diesmal zusammen mit Philipp Ehgartner aus Luzern und der Brunnerin Catérine Amstad, die für den Barbetrieb sorgt. Angefragt wurden 60 Schweizer Kunstschaffende, die 70 Werke präsentieren. Viele Künstler haben sichmit der Zementfabrik auseinandergesetzt, die Halle 37 als Inspiration genommen und eine Installation geschaffen.

Über Stege auf und ab

Diese Ausstellung ist nämlich schon der Location wegen ein Ereignis. Das Publikum steigt über Stege auf immer höhere Ebenen oder tiefer, bis man in den Gummistiefeln im Wasser steht. Wer nicht schwindelfrei ist, sollte besser nicht mitten auf dem Steg nach unten blicken, sondern mit Gwunder dem entgegen, was die nächsthöhere Ebene bietet. «Das Fabrikutop» ist eine Entdeckungsreise durch die Gedankenwelten der Künstler, manches begreift man, manches nicht. Die Halle 37 kann ihrer Grösse wegen zur Konkurrenz zu den ausgestellten Kunstwerken werden, sie kann diese aber auch wuchtig zur Geltung bringen. Darum haben einige Bilder und Installationen eine imposante Grösse. So das neun Meter lange Ölbild von Marcel Freymond oder die über einer nicht erreichbaren Leiter schwebende Wolke von Dominik His.

Alles schön und stimmig

Man möchte am liebsten ständig mit dem Handy neue Blickwinkel einfangen und fotografieren, weil alles so schön, stimmig und überraschend ist. Also, unbedingt hingehen.Möglich, dass dies die letzte Gelegenheit ist, die Halle als Kunstort zu erleben, bevor dort ein modernes Brunner Quartier entsteht.

Bote der Urschweiz (Silvia Camenzind)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

05.07.2016

Webcode

schwyzkultur.ch/dUxhVx