Die Künstlerin Gielia Degonda zeigt ab heute in der Galerie Meier in einer grossen Ausstellung ihre Skulpturen und Bilder. Bild Silvia Camenzind
Die Künstlerin Gielia Degonda zeigt ab heute in der Galerie Meier in einer grossen Ausstellung ihre Skulpturen und Bilder. Bild Silvia Camenzind

Kunst & Design

«Nun habe ich Zeit, um über die Welt nachzudenken»

Die Künstlerin Gielia Degonda stellt ab heute Samstag in der Galerie Meier in Goldau aus. Die Ingenbohler Ordensfrau,
die bald 80 Jahre alt wird, geniesst es, heute viel Zeit für ihr künstlerisches Schaffen zu haben.

Mit Gielia Degonda sprach Silvia Camenzind

Silvia Camenzind:Ihre Ausstellung steht unter dem Titel «Blick – Rückblick». Warum dieser Titel?

Gielia Degonda:Ich zeige das Jetzt, und ich halte Rückschau, denn hier zeige ich auch einige meiner ersten Bilder.

Wie trafen Sie die Auswahl?

Ich gab der Galerie erst meine Zusage, als ich wusste, dass ich die Wände dieser grossen Galerie mit meinen bestehenden Bildern füllen kann.

Sieht man die Phasen Ihres Wirkens?

Ja, in groben Zügen zeigt es das.

Was hat sich im Laufe der Zeit verändert?

Thematisch bin ich dem Stein seit jeher treu. Ich wollte in dieser Ausstellung unbedingt Steine zeigen. Steine sind meine Bildbauelemente. Sie zeigen sich überall und immer wieder. Erst mit der Zeit habe ich meine geologische Phase wahrgenommen. Meine ganze Art, mein Umgang damit, hat sich über all die Jahre entwickelt. Dieser Umgang ist mit den Jahren freier geworden. Ihre Bilder sind spirituell, vom Glauben geprägt. Das ist das Primäre meines Schaffens, es stimmt mit meinem Stand überein.

Für Betrachter ist es manchmal nicht einfach, Ihre Bilder zu verstehen.

Ich will weder missionieren noch einen Glauben verkünden. Es ist eine Schau, die jeder Mensch in sich trägt, die jeder verstehen und sehen kann, ob Moslem, Katholik oder ich als Klosterfrau. In meinem Schaffen zeige ich immer das, was man in sich spürt und fühlt, das, was man eben nicht sehen und nur erahnen kann. Mein Leben ist in den Bildern.

Ist die Klostergemeinschaft Stütze bei der Arbeit? Oder manchmal auch Hindernis?

Sie ist insofern eine Stütze, dass ich freie Hand habe und sie mir volles Vertrauen geschenkt hat. Meine Bilder sind keine Blumenbilder, die man leicht versteht. Ich sagte mir stets, ich muss nicht gefallen, ich muss mich selber bleiben. So wurde ich in meinem Schaffen ziemlich schnell unabhängig. Daneben habe ich intern in der Gemeinschaft architektonisch bezogene und grafische Aufgaben übernommen, die überzeugt haben. Das Grafische lässt sich erklären, es lässt sich mit dem Kopf erfassen. Das gab mir in meinem Wirken Freiheit und Unabhängigkeit.

Befindet sich Ihr Atelier im Kloster?

Im Theresianum, dort unterrichtete ich früher. Das Atelier befindet sich im fünften Stock. Ich bin ganz für mich, als ob ich weg wäre.

Gibt es in der Gemeinschaft auch jüngere Kunstmalerinnen?

Das wäre schön, aber leider nicht. Ich bin die Jüngste. (lacht)

Sie sind im Pensionsalter, könnten ruhig zurücklehnen. Was treibt Sie weiter an?

Erst im Pensionsalter konnte ich mich total der Kunst widmen, wobei ich intern weiterhin grafische Aufgaben übernahm.

Sind Sie noch oft in Ihrem Atelier?

Ja, eigentlich lebe ich im Atelier, ich könnte nicht ohne leben. Ich bin jeden Tag da, heute kann ich meine Zeit einteilen, wie ich will. Ich stehe nicht mehr so früh auf, ich habe meinen eigenen Rhythmus und mehr Zeit zum Nachdenken und Lesen.

Brauchen Sie im Alter mehr Pausen?

Ja, sicher. Ich überlege viel mehr, arbeite langsamer. Früher kam immer die Schule, der Unterricht zuerst. Nun habe ich Zeit, um über die Welt nachzudenken, das geniesse ich sehr. Ich hatte immer das Gefühl, das ich zu wenig nachdenken konnte.

Brauchen Sie den Austausch mit anderen Kunstschaffenden oder mit Mitschwestern über Kunst?

Das wäre schön. Ich habe noch immer Kollegen aus meiner Studienzeit und bin in Kunstvereinen. In diesen merkt man heute, dass jeder Künstler mehr für sich ist. Ich finde den Austausch vor allem in der Literatur über bestimmte Künstler. Beuys und Klee sind Vorbilder, heute inspiriert mich insbesondere Cy Thombly. Aus den Kritiken über ihn, aus seinen Denkarten über Naturwissenschaften, kann ich schöpfen.

Was inspiriert Sie sonst noch?

Literatur über Steinwelten und die Vorahnen – über die Kelten zum Beispiel –, das ist für meine Ideen und Gedanken neben dem Malen meine Hauptmaterie. In diesem Sinne habe ich auch die Reisen, die ich machen konnte, gestaltet. Ich reiste zum Beispiel nach Irland. Die Kulturwelt, die Geologie, das, was v

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

02.09.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/Rca7Rc