Nicole Küttel: Die Schülerin des Theresianums Ingenbohl übte sich in der Porträtmalerei und in der Fotografie. Bild Ladina Cattaneo
Nicole Küttel: Die Schülerin des Theresianums Ingenbohl übte sich in der Porträtmalerei und in der Fotografie. Bild Ladina Cattaneo

Kunst & Design

Persönliche Note im gemalten Porträt

Die Küssnachterin Nicole Küttel hat sich in ihrer Maturaarbeit mit der Frage befasst, warum Porträts gemalt werden, wenn man die Fotografie nutzen kann. Das Fazit, welches Küttel aus ihren rund 30 Bildern zieht, ist klar: Im gemalten Porträt fliessen die Emotionen des Malers direkt mitein.

Die Maturaarbeit von Nicole Küttel widmet sich der Malerei und der Fotografie zugleich. Denn die Schülerin desTheresianums Ingenbohl in Brunnen wagte sich im Themenbereich des Bildnerischen Gestaltens an das Zeichnen und Malen von Porträts heran. Die anfängliche Intention bestand dabei darin, die abzubildende Person möglichst originalgetreu zu malen. Parallel dazu entstanden etliche Porträtfotos. Die Grundfrage, die sich Nicole Küttel bei ihrer Maturaarbeit stellte, war schliesslich «Wieso Porträts malen, wenn man sie auch fotografieren kann?»

Beeindruckt von Strassenkünstlern

Den Ausschlag für die Themenwahl bildete ein Aufenthalt im Quartier Montmartre in Paris, verrät Küttel im Vorwort. Dabei sei sie fasziniert gewesen, wie die Strassenkünstler scheinbar in «null Komma nichts» ein exaktes Porträtbild fertigen konnten. «Ich dachte mir: Das will ich auch können», und schon bald schritt sie zurTat. Innerhalb von knapp 30 Porträtbildern, welche Küttel mit Bleistift, Kohle, Filzstift und Acrylfarbe malte, verbesserte sie sich fortwährend. Wie sie selber festhielt, hatte sie beim Malen aber oftmals Schwierigkeiten mit der Gesichtsform und den Proportionen, «wodurch es schwierig wurde, das Modell auf Anhieb zu erkennen». Vor allem die Augen seien im Verhältnis zum restlichen Gesicht oftmals zu gross herausgekommen. Mit Hilfslinien und einem konkreten Arbeitsablauf gelang es der jungen Künstlerin aber, schliesslich Bilder mit Ausdruck und Tiefe zu erzeugen. Die grösste Herausforderung habe darin bestanden, ein originalgetreues Selbstbildnis zu schaffen. Dies vor allem, weil man sich selber mit ganz anderen Augen sieht, hielt Küttel fest. Beim Fotografieren probierte die Schülerin verschiedene Techniken aus und spielte mit Licht und Schatten. Besonders zu Beginn produzierte die Küssnachterin verschwommene Bilder, die – wie sie selber festhielt – aber durchaus spannend und überraschend waren. Die Abzüge fertigte Küttel im Fotolabor des Theresianums. Bei der Arbeit stellte die Schülerin fest, dass vor allem «spontane und unerwartete Momentaufnahmen mehr Ausdruck besitzen als inszenierte Bilder».

Mehr als die blosse Realität

Die gestalterische Arbeit und die Auseinandersetzung mit der historischen Entwicklung der Malerei und der Fotografie brachten Küttel zum Schluss, dass man mit einem gemalten Porträtbild mehr abbilden könne als die blosse Realität. Um dies verständlich zu machen, verglich Küttel die Malerei mit dem Gesang und die Fotografie mit dem Spielen eines Instrumentes. Die Stimme sei unmittelbar und eine direkte Ausdrucksform des Menschen. Die Musik, welche durch ein Instrument entstehe, werde hingegen immer durch ein Hilfsmittel kreiert, wodurch eine gewisse Distanz zum Produkt entstehe. Dieser Vergleich spiegelt sich auch im Schaffen der Küssnachterin wider, denn wenn sie beim Malen guter Laune gewesen sei, seien auch die Bilder besser geworden. Das Ergebnis stand also in direktem Zusammenhang mit der Gemütsverfassung der Künstlerin. Die Fotos hingegen wurden besonders ansprechend, wenn das Modell spontan agierte. Die Emotionen der Fotografin spielten hierbei eine wesentlich kleinere Rolle.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

13.03.2010

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schwyzkultur.ch/MA2FW7