Mit der Werbeästhetik im Streitgespräch: Erhard Sigrist. Bild Lea Schieback
Mit der Werbeästhetik im Streitgespräch: Erhard Sigrist. Bild Lea Schieback

Kunst & Design

Werbeterror in der Dauerschlaufe

Werbung ohne Ende: Der Arther Künstler Erhard Sigrist trat am Freitagabend mit seiner Performance «Shoppen und Fiktion» in der Galerie am Leewasser in Brunnen auf.

Werbung ist allgegenwärtig: im Fernsehen, in der Zeitung, im Radio. Öfters plätschert sie im Hintergrund oder zerreisst den Filmabend in Werbeblöcke. Der Performance-Künstler Erhard Sigrist zeigte am Freitag auf, wie omnipräsent die Werbung eigentlich ist und wie sie unsere Vorstellung von Ästhetik zu dominieren droht. Die zahlreichen Besucher der Galerie am Leewasser konnten am Freitag erleben, wie Werbung und Performance gegeneinander in einen irritierenden und inspirierenden Wettstreit gerieten.

Endlos-Werbung

An einer der Galeriewände wurden Sequenzen aus Werbefilmen der 1970er-Jahre projiziert – dieser virtuellen Welt setzte Erhard Sigrist seine reale Präsenz entgegen und interagierte gleichzeitig mit dieser, indem er Textpassagen mitsprach und gewisse Handlungsaktionen in einer beunruhigenden und enervierenden Werbe-Endlosschlaufe synchron ablaufen liess. Dadurch kam es zu interessanten Interaktionen zwischen der Werbung und dem Künstler, die den Reiz des Abends ausmachten. Durch das Aufbrechen der künstlichen Perfektion der Werbung wurde deren Banalität zur Schau gestellt.

Drama um Coiffure

Der Höhepunkt der Absurditäten waren Szenen aus «Germanies Next Top Model»: Während sich in der Castingshow kleine Dramen wegen minimalen Veränderungen an der Coiffure der jungen Damen abspielten, konterte Erhard Sigrist mit gezücktem Scherinstrument und bearbeitete damit seine Haarpracht: eine Radikalität, die die Werbeästhetik vor den Kopf stiess. In Zusammenhang mit diesem gelungenen Abend wird auf der Aussenfassade der Galerie am Leewasser jeden Abend von 20.30 bis 23.30 Uhr die Videoinstallation von Konrad Reichmuth zu sehen sein (bis zum 13. Mai), die sich auf etwas andere Art mit demThema von Erhard Sigrist auseinandersetzt.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

08.04.2013

Webcode

schwyzkultur.ch/ZPECYV