Vergangenes wird zur Basis für das Kommende: Anna Schmid fertigte dieses Tor aus gesammeltem Altholz, dazu gehört auch das «Kunsthaus» von Erhard Sigrist, das an der Gersau Art stand. Bilder Désirée Schibig
Vergangenes wird zur Basis für das Kommende: Anna Schmid fertigte dieses Tor aus gesammeltem Altholz, dazu gehört auch das «Kunsthaus» von Erhard Sigrist, das an der Gersau Art stand. Bilder Désirée Schibig
Die teilnehmenden Kunstschaffenden waren restlos zufrieden: (von links) Johann Peter Kissling, Gedeon Regli, Thomas Lü- scher, Caroline Brühlmann, Uwe Tillmann, Anna Schmid, Christiane Bult und Pascal Suter.
Die teilnehmenden Kunstschaffenden waren restlos zufrieden: (von links) Johann Peter Kissling, Gedeon Regli, Thomas Lü- scher, Caroline Brühlmann, Uwe Tillmann, Anna Schmid, Christiane Bult und Pascal Suter.

Kunst & Design

Wolkenschieber dominiert Bellevuequai

Am Samstag konnten an der Finissage vor dem «Waldstätterhof» und am Bellevuequai die fertigen Skulpturen bewundert werden. Die Organisatorinnen, die Kunstschaffenden und das Publikum waren sich einig: eine in jeder Hinsicht gelungene Woche.

Es war bereits die 19. Skulpturenwoche. Während einer Woche entstanden in den Freiluftateliers am Bellevuequai wieder hochwertige und in Ausdruck und Form ausserordentlich vielfältige Objekte zum Thema «Aufbruch». Den Künstlerinnen und Künstlern konnte man bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen, mit ihnen in einen Dialog treten, den Schaffensprozess miterleben.

Zufriedene Organisatorinnen

An der Abschiedsrede bedankte sich Silvia Schranz, die Präsidentin von Kultur Brunnen, bei allen Helferinnen und Helfern, vor allem auch bei der Galerie am Leewasser, wo weitere Objekte der Kunstschaffenden ausgestellt sind. Auch Verena Tonazzi, OK-Präsidentin, zeigte sich rundum begeistert. «Es war schön zu sehen, wie beflügelt die Künstler gearbeitet haben. Es wurde viel und aufwendig gearbeitet. Die Kunstschaffenden schätzen den schönen Ort, die herrliche Landschaft und die Betreuung.» Die einzelnen Künstlerinnen und Künstler seien auch dieses Jahr wieder zu einer Gruppe zusammengeschweisst worden. Dass mit der Skulpturenwoche jeweils ein idealer Ort für das kreative Schaffen zur Verfügung gestellt wird, davon zeugen die Resultate, die entstandenen Kunstwerke.

Vielfältig und hochstehend

Ein interessantes und in seiner klaren Form und Dimensionierung beeindruckendes Werk hat das Künstlerpaar Christiane Bult und Pascal Suter geschaffen. Ihr weisser Wolkenschieber dominiert den Bellevuequai und verschafft dem Betrachter neue und überraschendeAusblicke auf die herrliche Landschaft. «Wir brauchten für diesen Ort etwas Ruhiges, Reduziertes.» Ihr Objekt aus Armierungseisen, Eisengitter, Gazen und Zement haben sie in der Werkstatt in Basel vorgefertigt und in Brunnen weiter reduziert und vollendet. «Es war eine super Stimmung hier und alles sehr gut organisiert.» Ein imposantes Objekt mit literarischem Bezug hat Johann Peter «Schämpu» Kissling aus Bern gemacht. Er habe jeden Tag acht Stunden gearbeitet, am Samstag noch bis kurz vor der Finissage. Aus vier Chromstahlplatten hat er einen Kubus geformt, 96 Buchstaben ausgelasert und wieder eingesetzt, was sich mit 140 Meter Schweissnahtsehraufwendig gestaltete. Erzeugt wurde damit ein spannender 3-D-Effekt mit reizvollem Licht-Schatten-Spiel und dem sinnigen Spruch von Literat Kurt Marty: «Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin, und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen.» Um alles zu lesen, muss man um den Würfel herumlaufen. «Schämpu» nimmt gern und oft an Künstler Symposien teil, weil ihm dies erlaubt, intensiv an etwaszu arbeiten, dranzubleiben. Auch er schätzt den Austausch mit den anderen Künstlern sehr, und er ist Brunnen sehr dankbar. «Wir waren sehr gut betreut, es war eine angenehme Woche. Ich werde mich in zwei Jahren wieder bewerben.»

Die Kunstwerke am Bellevuequai, vor dem «Waldstätterhof» und in der Galerie am Leewasser laden noch bis am 1. September ein, betrachtet zu werden.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

19.08.2013

Webcode

schwyzkultur.ch/L6gktR