The Ukulele Orchestra of Great Britain: absolut genial und unterhaltsam; es würde nicht erstaunen, wenn die Nachfrage nach Ukulelen nun massiv ansteigt. Bild pd
The Ukulele Orchestra of Great Britain: absolut genial und unterhaltsam; es würde nicht erstaunen, wenn die Nachfrage nach Ukulelen nun massiv ansteigt. Bild pd

Musik

Acht kleine Instrumente spielten riesig gross auf

Das war aussergewöhnlich. Das Ukulele Orchestra of Great Britain zündete eine Show von Weltklasse. Mit brillantem
Gesang, britischem Understatement, viel Ironie und natürlich virtuosem Spiel auf der «Mini-Gitarre».

Was soll denn das? Acht Ukulelen in concert? Kinderinstrumenteauf der grossen Bühne ?Denkste, schon nach den ersten Griffen hatten die zwei Ladies und sechs Gentlemen das Publikum in der Tasche. Allgemeiner Tenor nach dem Konzert: «So etwas haben wir noch nie gesehen, gehört und erlebt.» The Ukulele Orchestra of Great Britain (Ukes of GB) ist ein Unikat. Skurril, fantastisch gut, musikalisch genial, weltweit erfolgreich. DiesesOktett ist in etwa die Zupf- oder Saiteninstrument-Ausgabe der Mnozil-Brass. Die Ukes of GB sind eine Institution geworden. 1985 zumTeil aus lauter Spass gegründet, sind sie nach Tourneen in Europa, USA, Kanada, Neuseeland, Australien und Japan heute weltbekannt. Und jetzt am Gersauer Herbst.

In allen musikalischen Sparten zu Hause

Die Ukesof GB spielten sich hemmungslos quer durch alle Genres. Vom Volkslied zu Pop- und Rock-Hits, Frank Sinatra musste dran glauben und Georg Friedrich Händel, Balladen und Shanties, Blues und Soundtracks. Einfach alles. Verblüffend war, wie das mehrstimmige Spiel jede Schlagzeug-, Piano- oder Bläser- Begleitung völlig überflüssig erscheinen liess. Es hätte sogar gestört. Dazu noch dieser Gesang, ausgezeichnete Stimmen, abwechselnd in Soli oder dann die höchst anspruchsvoll in sich verwebenden Songs. Alles sehr dynamisch, spielfreudig, unterhaltsam, begleitet von witzigen Gags und einem passend-dezenten Bühnenbild. In jeder Faser dieser Unterhaltungsshow schimmerte der britische Humor durch, viel Understatement und Selbstironie. Zum Beispiel wenn die Ukes of G Bfür sich den Nobelpreis an Bescheidenheit reklamierten oder sich als «Mannequin Challenge» präsentierten oder sich darüber lustig machten. Die Ukes of GB sind eine musikalisch höchst virtuose Ausgabe der Monty Pythons.Mit diesem Konzert hat Festivalleiter RogerBürgler einen gewaltigen Schlusspunkt gesetzt. Er habe sich damit eine «Herzensangelegenheit» erfüllt, schwärmte er. Zum Glück hat Bürgler solche Wünsche.Und zum Glück werden sie mit einem vollen Saal gewürdigt.

Bote der Urschweiz (Josias Clavadetscher)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

21.11.2016

Webcode

schwyzkultur.ch/DBFSxC