Sensationell: Prof. Michael Grube, einer der besten Violinspieler weltweit, spielte Hochklassisches mit geschlossenen Augen.
Sensationell: Prof. Michael Grube, einer der besten Violinspieler weltweit, spielte Hochklassisches mit geschlossenen Augen.

Musik

Brillante Pianissimo-Kultur

An Maria Himmelfahrt trat Michael Grube, einer der besten Geiger unserer Zeit, in der Klosterkirche Ingenbohl auf. Der in Ecuador wohnhafte Professor und mehrfache Preisträger spielt jährlich sechs Monate auf seiner 330-jährigen Niccolo- Amati-Violine in ganz Europa.

Schwester Theonilla begrüsste die Zuhörerschaft sichtlich gerührt über die Anwesenheit des Konzert-Solisten. Schade nur, dass sich ausser vielen Klosterfrauen relativ wenig Leute eingefunden hatten; der aus Überlingen (D) stammende Michael Grube dürfte sich volle Säle gewohnt sein. Der Mann mit seiner edlen Violine aus Cremona stellte sich still aufs Podium und begann mit der Caprice Nr. 20 D-Dur von Niccolo Paganini (1782–1840), gefolgt von der sehr sinnlichen Etude caracteristique op. 24/2 von Edvard Elgar (1857– 1934). Zuerst sehr ruhig und dann stark spielte er von Henri Wieniawski (1835-1880) Andante con espressione, op. 18. Facettenvoll war Chaconne h-moll von Karl Maria Loebl (1911– 1942). Der immer mit geschlossenen Augen spielende Solist berührte die Saiten mit Fingern und liess das Stück leise ausklingen.

Berührte dasPublikum

Riesenapplaus gab es für die sehr kompakt vorgetragene «Ballade», Sonate op. 27/3 von Eugène Ysaye (1858–1931). Mit der Sonate «Grave – Presto – Intermezzo Passacaglia» spielte Michael Grube ein Stück seines Vaters, Max-Ludwig (1925–1994). Nach einer Caprice von Solomon Lieben aus Moldawien erklangen afghanische Volksliedvariationen, die ihm Gerhard Track, einstiger Direktor des Konservatoriums Wien, gewidmet hatte. Als längstes Stück beendete Michael Grube das Programm dann mit Chaconne d-mollWV 1004 von Johann Sebastian Bach (1685–1750). Als Zugabe spielte er «DieTräumerei» des vor 200 Jahren geborenen Komponisten Robert Schumann.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

17.08.2010

Webcode

schwyzkultur.ch/Ws1nRr