Jean-Baptiste Müller im grossen Salon des Grand Palais in Brunnen. Hier gibt er morgen Freitag ein Klavierkonzert. Bild Roger Bürgler
Jean-Baptiste Müller im grossen Salon des Grand Palais in Brunnen. Hier gibt er morgen Freitag ein Klavierkonzert. Bild Roger Bürgler

Musik

«Der Ort ist ausserordentlich magisch und mystisch zugleich»

Er konzertiert rund um den Globus, gibt Meisterklassen und ist vielfach ausgezeichnet – der in Brunnen wohnhafte Pianist Jean-Baptiste Müller.

«Dieser Winkel des Sees vor Brunnen, diese archaische Natur und diese Stimmung. Dies alles ist ausserordentlich, magisch und mystisch zugleich», sagt Jean-Baptiste Müller im grossen Salon des alt ehrwürdigen Grand Palais in Brunnen. Hier lebt der gebürtige Basler und hier tankt er auf, holt Inspiration, und von hier aus geht er auch auf ausgedehnte Paddeltouren über den See. Seit Oktober des letzten Jahres lebt der berühmte Pianist nach 20-jährigem Auslandaufenthalt in der Wohnung, die seinen Eltern gehörte.

Emotionelle Heimat ist Brunnen

«Aufgewachsen bin ich in Basel, aber meine emotionelle Heimat ist Brunnen», sagt Jean-Baptiste Müller. Das hat damit zu tun, dass er als Kind mit seinen Eltern immer schon hierher in die Ferien gekommen sei. «Auch meine Mutter war bereits als Kind hier in den Ferien. Unsere Familie ist über drei Generationen eng mit Brunnen verbunden.» Ferien machten die Müllers damals im Chalet Beatrice beim Föhnhafen, und mit der Besitzerfamilie Della Zoppa pflegt Jean-Baptiste Müller noch heute eine gute Freundschaft. «Als Kind konnte ich es noch weniger erklären. Aber mich hat es – wohl wie bereits meine Mutter und deren Mutter – immer hierher gezogen. Darum ist Brunnen für mich Heimat.» Dass er nun hier leben kann, empfindet Jean-Baptiste Müller als Privileg. Vor allem auch als Künstler, denn das Grand Palaiswurde einst von einem Kunstmaler erbaut. Und in Brunnen und allgemein am Vierwaldstättersee residierten immer wieder grosse Künstler. «Das erstaunt keineswegs. Die Region ist einzigartig, und man spürt, dass hier etwas passiert.»

Zahlreiche Preise

Jean-Baptiste Müller absolvierte als Pianist das Lehr- und Solistendiplom am Basler Konservatorium und nahm daraufhin Meisterkurse in Wien, Paris, Genf und NewYork. Später wurde der Pianist mit etlichen internationalen Preisengeehrt und begann selber Meisterklassen zu geben. Zusammen mit Jean-Pierre Rampal und Lord Yehudi Menuhin wurde er ins Ehrenkomitee des Internationalen Musikfestivals von Thisted inDänemark aufgenommen. Jean-Baptiste Müller lebte über Jahre in Mexiko City, war dort Leiter eines Festivals und wurde für sein musikalisches und kulturpolitisches Schaffen mit einem Kulturpreis ausgezeichnet. Sein letztes Domizil vor seiner Rückkehr in die Schweiz und nach Brunnen war Frankreich. Auch da wurde sein Schaffen hoch geschätzt. So wurde er mit der Ehrenmedaille der Stadt Senlis nahe Paris ausgezeichnet.

Musikalische Vorstellung

Jetzt, wo er nun hier lebe, wolle er sich auch vorstellen, sagt Jean-Baptiste Müller. Und dies tut der Pianist mit seiner Kunst. MorgenFreitagabend um 19.30 Uhr lädt er imGrand Palais zu einem Klavierkonzert und anschliessendem Apéro. Das Programm ist anspruchsvoll und gefällig gleichermassen. «Etwas Barockund natürlich viel Romantik», sagt Jean-Baptiste Müller, dessen Respekt vor den Werken der Meister offensichtlich ist. «Für mich wird dies ein besonderer Moment», ist Müller überzeugt. «Eine musikalische Zeitreise in einem aussergewöhnlichen Raum und einem besonderen Ort, der längst meine Heimat ist. Ich freue mich sehr darauf.»

Bote der Urschweiz (Roger Bürgler)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

26.01.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/kVckHb