Trompeter der Meisterklasse: Der Franzose Philippe Litzler begeisterte mit seinen Solo-Einlagen zusammen mit dem Orchester Schwyz-Brunnen unter der Leitung von Dirigent Stefan Albrecht. Bild Christoph Jud
Trompeter der Meisterklasse: Der Franzose Philippe Litzler begeisterte mit seinen Solo-Einlagen zusammen mit dem Orchester Schwyz-Brunnen unter der Leitung von Dirigent Stefan Albrecht. Bild Christoph Jud

Musik

Der Triumph der Trompete

Die Liebhaber von Orchestermusik kamen am Wochenende auf ihre Rechnung: Das Orchester Schwyz-Brunnen konzertierte in Ingenbohl und Seewen mit Werken von Planel, Mozart und Haydn.

Der hochkarätige Solotrompeter Philippe Litzler vomTonhalle-Orchester Zürich setzte dem Konzert mit zwei Werken für Trompete und Orchester die Krone auf. Die Trompete ist eher ein selten zu hörendes Soloinstrument, und die Anzahl Kompositionen für dieses Instrument zusammen mit Orchester ist eher klein. Mit je einem Werk aus der Klassik und dem 20. Jahrhundert dominierte dieses Blasinstrument das diesjährige Frühlingskonzert unter der Leitung von Stefan Albrecht.

Klar, wer den Ton angibt

Die Eröffnung des gut besuchten Konzerts machte die Trompete im Concerto von Robert Planel solo quasi mit einem Fanfarenruf, in den die Streicher einstimmten. Somit war schon zu Beginn klar, wer hier den Ton angeben wird. Die Solotrompete führte in einer festlichen Einleitung zum eigentlichen Hauptthema «animé et bien rhythmé». Der Charme dieser Komposition aus dem Jahr 1966 beruht einerseits auf jazzigen Anklängen, vor allem aber auf der französischen Musik der Dreissigerjahre. Das Werk, welches für den berühmten Maurice André geschrieben wurde, verlangt entsprechend eine ausgezeichnete Blaskunst. Im ersten Satz interpretierte der Solist leichtfüssig das Thema und seine virtuosen Abwandlungen sowieAntworten an die Streicher. Die gesanglichen Melodien spielte er wunderbar aus. Die Streicher und der Solist standen in einer ausgeglichenen Balance zueinander. Ein typisches «clair de lune» stellt der langsame Mittelsatz dar, welchen das Orchester wie die Trompete mit Dämpfer spielten, was einen zauberhaften Klang entstehen liess. Ohne Unterbruch schloss sich der Schlusssatz an, welcher übermütig und mit viel «Drive» einsetzte. Souverän spielte Philippe Litzler den sehr anspruchsvollen Solopart mit gewagten Sprüngen und chromatischen Passagen, während das Streichorchester unter der sicheren Führung von Stefan Albrecht dezent begleitete. Die eingeschobenen Cantilenen der Violinen hätte man sich da noch intensiver gestaltet vorstellen können. Nach einem Anklang an den Beginn des Concertos setzte der Solist zur Kadenz an. Hier zeigte Philippe Litzler seine stupende Meisterschaft in einem spannenden und mit Leichtigkeit hingelegten Schlussfeuerwerk.

Der zweite Höhepunkt

Das bekannte Trompetenkonzert in Es-Dur von Joseph Haydn bildete den zweiten Höhepunkt dieses Anlasses, welcher von einer beeindruckenden Orchesterkultur im Talkessel zeugt. Die Komposition entstand 1796 auf Anregung eines Hoftrompeters in Wien, welcher eine Klappen-Trompete entwickelt hatte, mit der man chromatische Tonreihen spielen konnte. Haydn stellte das neue Instrument ins schönste Licht, indem er die Qualitäten herausstrich und die Schwächen klug integrierte. So klingen die tieferen Lagen rund und voll, die höheren im Piano weich und anziehend. Das Orchester Schwyz-Brunnen gestaltete seinen Part, der nicht bloss als Begleitung angelegt ist, als kompetenter Partner des Solisten. Die Streicher führten die vielen heiklen Figuren sauber und präzise aus. Im zweiten Satz gefiel die gesangliche Gestaltung, das Finale wurde spritzig und temperamentvoll dargestellt. Nach der eindrücklichen Interpretation zusammen mit dem makellosen Spiel des Solisten verwundert es nicht, dass diese Komposition von Haydn bis heute das beliebteste Konzert für dieses Instrument geblieben ist.

Mozart im Schaffensrausch

Die Ballettmusik zur Oper «Idomeneo » von Mozart gibt einige Rätsel auf. So wissen wir nicht genau, an welche Stelle der Oper diese Stücke hingehören, ebenso hat Mozart Teile wieder gestrichen oder unvollständig notiert. Was wir wissen: Der junge Komponist war in einem Schaffensrausch an dieser grossen Oper für den Fasching am Münchner Hof. Hier hatte er erstmals alle Möglichkeiten, er konnte «ins Volle greifen». Hier hatte er auch die besten Musiker aus dem Mannheimerorchester zur Verfügung. Da Mozart diese Oper für ausgezeichnete Instrumentalisten schrieb, verlangt die Ausführung eine ungeheure Virtuosität. Dazu war der Ehrgeiz des Komponisten riesig, in München den Durchbruch zu scha

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

27.04.2010

Webcode

schwyzkultur.ch/8qXe4c