Am vergangenen Wochenende konnten in Brunnen 25 Drehorgeln bestaunt und deren Klänge genossen werden. (Bild: drehorgel-schweiz.ch)
Am vergangenen Wochenende konnten in Brunnen 25 Drehorgeln bestaunt und deren Klänge genossen werden. (Bild: drehorgel-schweiz.ch)

Musik

Drehorgelspielen ist ein teures Hobby

Einmal im Jahr erklingen jeweils im Sommer liebliche Drehorgelklänge auf Brunnens Plätzen. Am vergangenen Wochenende konnten 25 Drehorgeln bestaunt und deren Klänge genossen werden.

Zum 17. Mal in Folge trafen sich Mitglieder des Vereins Schweizer Freunde mechanischer Musik (SFMM) mit ihren Drehorgeln in Brunnen. An den vergangenen zwei Tagen wurden am Drehorgeltreffen 25 Drehorgeln durch 29 Männer und Frauen präsentiert. Für die Organisation des Anlasses in Brunnen war dieses Jahr zum dritten Mal der im zürcherischen Wald wohnhafte Drehorgelmann Ruedi Kohler verantwortlich. Der «Bote» unterhielt sich mit OKP Kohler, der seit vielen Jahren zusammen mit seiner Gattin Doris mit Leib und Seele das Drehorgelspielen zur Freude von vielen Passanten und Musikliebhabern öffentlich vorführt. Er verriet, dass es sich um ein teures Hobby handelt. «Das kostet ein Heidengeld», so Kohler. Seine persönliche Orgel kostete rund 25 000 Franken – ohne den Wagen und ohne die Abspielrollen. Eine Rolle mit bis zu drei Melodien kostet rund 120 Franken. Er zeigt auf die Orgel seines Platznachbars und schätzt, dass dessen Drehorgel sogar gegen 50 000 Franken wert sei. Mitentscheidend für die grossen Preisunterschiede sind hauptsächlich die Anzahl Pfeifen und Register. Musikrollen können ab der Stange gekauft werden oder auch als Einzelanfertigung von einer gewünschten Melodie in Auftrag gegeben werden. In der Schweiz gibt es einige Drehorgelbauer, die auch Musikrollen produzieren. Ruedi Kohler liess mehrere eigene Musikrollen in Holland herstellen. Er erklärt, dass in der Schweiz mehr Drehorgeln als Musikrollen produziert würden und so eben auch auf ausländische Produzenten ausgewichen werden müsse. Er selber verfügt für seine Orgel über 15 Stunden Musik, für deren Transport er fünf Koffer benötigt. Dabei handelt es sich um Melodien aus allen Musiksparten, sei es Rock, Schlager, Klassik, Sakralwerke oder auch Volkstümliches.

Wetter spielte erschwerend mit

Kohler ist bemüht, immer auch Teilnehmer mit Orgeln verschiedener Typen an die Treffen zu holen. In Brunnen konnte so auch eine alte Walzenorgel mit Holzwalzen bestaunt und gehört werden, bei dereine Walze mit bis zu acht Liedern gegen 8000 Franken kostet. Die meisten Drehorgeln verwenden jedoch Lochbänder, so wie die beschriebene Orgel von OKP Kohler. Auch einige Eigenbaumodelle waren vertreten. Die Drehorgelmannen und -frauen hatten dieses Jahr mit dem nasskalten Wetter zu kämpfen. Ihre feuchtigkeitsempfindlichen «überdimensionalen Musikdosen» mussten sie meist unter schützenden Vordächern abspielen. An verschiedenen Vorführorten von der Schiffsstation bis zur Kantonalbank unterhielten sie die Passanten und Touristen mit ihren fröhlichen Klängen. Am Samstagabend fand sich eine Fünfer-Delegation zur musikalischen Bereicherung des Abendgottesdienstes in der Brunner Theresienkirche ein. Der volle Klang der Orgeln konnte sich im Kirchenlokal richtig entfalten.

Weitere Infos

www.drehorgel-schweiz.ch

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

25.07.2011

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www.schwyzkultur.ch/QZuMyZ