Gino (14 Jahre), Fabio (16 Jahre) und Claudio Rogantini (19 Jahre) sind Carpet Town. Ihr Alter, gemischt mit ihremMusikstil, haben sie zu ihrer Stärke gemacht. Bild Sandrine Hedinger
Gino (14 Jahre), Fabio (16 Jahre) und Claudio Rogantini (19 Jahre) sind Carpet Town. Ihr Alter, gemischt mit ihremMusikstil, haben sie zu ihrer Stärke gemacht. Bild Sandrine Hedinger

Musik

Drei Brüder auf Blues-Rock-Mission

Carpet Town setzen auf das Erfolgsrezept Brüderband – und liefern mit jungem Rock und Blues einen Kontrast zu Deep House und Minimal Electro.

Claudio, Fabio und Gino Rogantini teilen sich nicht nur die Gene, sondern auch ihre Leidenschaft für Musik. «Wir machen Rock-Blues mit etwas Country- Rock, so packende Musik, mit eingängigen Akkorden.» Claudio überlegt, trommelt auf seinen Knien und schaut zu seinem Bruder Gino. Dieser nickt zustimmend, lacht. Und Fabio ergänzt: «Gerade Queen waren durch unsere Eltern seit jeher Teil unseres Lebens. In diesem Musikstil finden wir uns selbst wieder.» Dabei ist nicht nur die Musik Teil ihrer Identität, auch die Optik ist Programm: «Die langen Haare gehören zu diesem Stil. Falls wir mit unseren Auftritten aber mal genügend Geld verdienen, reicht es vielleicht ja für einen Besuch beim Coiffeur», ist sich Claudio sicher. Die Brüder lachen. Carpet Town erzählen so frisch von der Leber weg, wie sie ihre Songs spielen – und ihnen damit eine ganz persönliche Note verleihen. «Wir haben klare Regeln, aber an erster Stelle steht immer die Spielfreude», erklärt Claudio. So jung und natürlich die drei Brüder sind, so entschlossen haben sie sich vorgenommen, neben Covers von Led Zeppelin, The Rolling Stones oder Creedence Clearwater Revival auch immer mehr eigene ausgeklügelte Songs in ihr Repertoire aufzunehmen.

«Claudio pusht uns»

Carpet Towns Bandraum im ersten Stock des Elternhauses in Brunnen hat schon einiges erlebt: Einst Wrestling-Zimmer, Hockey-Arena oder Fitnessraum, dominieren seit rund einem Jahr ein Schlagzeug, Gitarren und eine Menge Kabel das charakteristische Erscheinungsbild. Dabei hat Gino, der sich bisher sieben Jahre mit der Violine beschäftigt hat, erst vor einem Jahr Gitarre spielen gelernt – beigebracht durch Bruder Claudio: «Ich bin manchmal sehr hart zu ihm. Aber er ist eben mein Schützling, und ich will, dass er in meinem Alter besser spielen kann als ich.» Geschwisterbands – das Erfolgsrezept der Bee Gees, von Oasis oder den Kings of Leon, woraus ganz eigene Dynamiken entstehen können. Claudio, Fabio und Gino wissen denn auch genau,wie sie miteinander umgehen müssen, und wenn sie von Musik erzählen, geraten sie schnell ins Schwärmen. «Manchmal spielen wir zu Hause einfach drauflos, improvisieren und sehen, was passiert. Oft ergeben sich lange Improvisationen. An Konzerten hören wir erst mit einem Song auf, wenn wir uns ansehen und das Gefühl haben, jetzt passts», so Claudio. «Es funktioniert einfach», ergänzt Fabio.

«Freude wird mitgegeben»

Kleine Reibereien gehören unter Brüdern natürlich dazu. «Logisch, das braucht es», so Drummer Fabio. «Claudio ist unser ‹Tätschmeister›. Wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann wird das so gemacht. Er pusht uns, aber er lässt Gino und mir auch grossen Freiraum. Ich denke, die Mischung macht es letztendlich aus.» – «Wir können sowieso nicht lange wütend aufeinander sein», lacht Gino. Auf Unterstützung können sie aus ihrem ganzen Umfeld und dem Freundeskreis zählen: Der eine fotografiert an den Konzerten, der andere gestaltet die Homepage, und mitfiebern tun sie alle. Geprobt wird bei den drei Rogantinis regelmässig, schliesslich haben sie grosse Ambitionen. «Ganz ehrlich? Welche Band träumt nicht davon, wie Led Zeppelin Hallen zu füllen», sagt Claudio. «Vorerst sind wir aber glücklich, wenn wir pro Monat zwei bis vier Auftritte haben. Denn was ist schon Geld, wenn wir miteinander spielen können und Freude daran haben? Schliesslich ist es auch die Freude am Spielen, welche dem Publikum mitgegeben wird.»

Infos

http://carpet-town.mtttst.com

Bote der Urschweiz (Sandrine Hedinger)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

11.02.2016

Webcode

schwyzkultur.ch/yjWbHB