Wunderbare Musik und Mundartpoesie: Patent Ochsner mit Büne Huber (links) und Menk Grossniklaus. Bild Silvia Camenzind
Wunderbare Musik und Mundartpoesie: Patent Ochsner mit Büne Huber (links) und Menk Grossniklaus. Bild Silvia Camenzind

Musik

Grosse Gefühle mit Patent Ochsner

Es gibt viele grossartige Mundartsänger, aber keiner schafft es wie Büne Huber, Emotionen zu wecken. Wenn dann noch eine grandiose Band dazukommt, dann kann das nur ein guter Abend werden – so erlebt am Gersauer Herbst in Brunnen.

Noch bevor Hanspeter «Büne» Huber auf die Bühne trat, klang es von oben schon unverkennbar nach Patent Ochsner, nach Blaskapelle oder Guuggenmusig – in Perfektion. «Abfallkübelmusik» nannten Büne Huber und seine damaligen Bandmitglieder ihre Musik, als sie 1991 mit der «Schlachtplatte» durchstarteten.

Soundtrack einer Generation

Nun, über 20 Jahre später, sind Sänger Büne Huber und seine aktuelle Band noch immer ein Ereignis, wie die etwas über 400 Personen am Freitag beim längst ausverkauften Konzert im «Waldstätterhof» erleben konnten. Man kennt sich seit Jahren, und so hat das Publikum Erwartungen an Büne Huber, den Rockpoeten, den Geschichtenerzähler, dem schon einmal dieWorte übergehen, der aber nie kitschig wird. Der Mann hat mit seinem Mundartrock den Soundtrack geliefert für besondere und alltägliche Momente im Leben einer Generation. Und er macht es mit seinem neuen Album «Johnny, The Rimini Flashdown Part II» noch immer.

Huber mag keine Gummibäume

Büne Huber und seine acht Bandmitglieder haben nach fast zwei Stunden Konzert in Brunnen vieles gebracht, was das Publikum erwartet hatte, und für magische Momente gesorgt. Bei «Fischer» schwappt der Refrain «Ich ihn drus – oder är mi dri» zwischen Publikum und Bühne hin und her wie die Wellen des Sees, grosses Mitsingen auch bei «Bälpmoos» und dem «Trybguet»-Refrain «I liebe se meh aus mi». Bis dahin hatte Büne Huber den Mitwippsong «Gummiboum» nur angeklungen. Als Zugabe kam der relaxte Gummibaum dann samt einer kleinen Geschichte und dem Geständnis, dass Huber Gummibäume nicht mag. Es war wohl nicht zu vermeiden: Nach dem ersten Konzert der aktuellen Tournee erhielt er bereits die ersten geschenkt: «Hört auf mit dem Scheiss», warnte er.

«Scharlachrot» zum Abschied

Aber was wäre der Abend ohne die grössten Hits als weitere Zugaben. In «W. Nuss» verwebt der Sänger – weil das Gegenteil zutrifft – ein trotziges «Es tuet überhaupt nid weh», mit dem W der «W. Nuss». Als die ersten Worte von «Scharlachrot» anklingen, jubelt das Publikum. Es ist das letzte Lied desAbends, und mit einem grossartigen Solo des Saxofons verabschiedet sich auch die tolle Band. Patent Ochsner hatte in Brunnen ein treues, gutes Publikum. «Freunde, es war schön bei euch», sagte Büne Huber, ganz der sanftmütige Rebell: «Gebid üch warm und lönd üch nüd la gfalle, nie, nie, nie.»

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

26.11.2012

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schwyzkultur.ch/wUUY5K