Er hat weitherum vermutlich die meisten verschiedenen Uniformen im Schrank: Herbert Beeler mit der Brunner Musikuniform und der Tambouren-Jacke. Bild: Josias Clavadetscher
Er hat weitherum vermutlich die meisten verschiedenen Uniformen im Schrank: Herbert Beeler mit der Brunner Musikuniform und der Tambouren-Jacke. Bild: Josias Clavadetscher

Volkskultur

Musik

Hebi Beeler – seit 60 Jahren als Tambour dabei

Wenn irgendwo Trommelwirbel oder Blasmusik zu hören ist, dann ist die Chance gross, dass Herbert Beeler dort anzutreffen ist. Er hat schliesslich eine enorme Bilanz aufzuweisen: Seit 60 Jahren ist er Tambour mit Leib und Seele.

Angefangen hat alles an der Fasnacht 1958. Um seinem guten Rhythmusgefühl zu entsprechen, haben die Eltern Beeler ihn zu Thuri Baumgartner geschickt. Als Tambour der damaligen Feldmusik Brunnen hat er Hebi Beeler die Grundlagen beigebracht. Und als Baumgartner an der Fasnacht alleine hätte trommeln sollen, hat er den Zwölfjährigen gleich mitgenommen mit der Auflage, dass dieser um sechs Uhr abends wieder zu Hause sein musste.


600 Einsätze


Seither ist Hebi Beeler jedes Jahr als Tambour in der Rott dabei, nun genau seit 60 Jahren. Gesamthaft sind das rund 250 ganztägige Einsätze und mindestens gleich viele Nüsslerproben, Auftritte an Geburtstagen, Hochzeiten und Priisnüssle. Zusammen also um die 600 Einsätze. Nur zweimal gab es Absenzen: einmal am Güdeldienstag, als er mit einer verstauchten Hand nicht trommeln konnte, und einmal am letzten Samstag, ausgerechnet beim Priisnüssle, weil die Grippe zugeschlagen hat. Hat es ihn nie gereizt, in ein Kostüm zu schlüpfen und selber Maschgrad zu sein? «Nein, da habe ich nie daran gedacht.» Es sei als Tambour für ihn interessanter. «Ich war, bin und bleibe immer Tambour.» Zudem gibt er zu, dass er gar nicht nüsseln kann. «Ich versuche es gar nicht.» Und die Fasnacht könne man als Tambour ebenso gut geniessen. Er habe schliesslich sehr viel Lustiges erlebt, schmunzelt Beeler, «aber man kann ja nicht alles erzählen». Welches der richtige Narrentanz ist, auf diesen Ast lässt sich Hebi Beeler nicht hinaus. Problemlos könne er in Schwyz mittrommeln, «nur der Schlusswirbel wird dort anders getrommelt ». In Steinen wäre es schon schwieriger. Erstaunlich ist auch, dass er seit 45 Jahren die gleiche Trommel im Einsatz hat. Das Fell musste logischerweise immer wieder mal ersetzt werden, sonst aber ist der «Chübel» sehr gut in Schuss. Nur einmal, nach einem Fasnachtseinsatz vorletztes Jahr, sei er mit der falschen Trommel nach Hause gekommen.


Tambour und Ausbildner


Hebi Beeler war aber nicht nur Tambour, sondern hat auch fast alle Tambouren der Brunner Rott ausgebildet. Deshalb ist auch der Zusammenhalt sehr gut, «wir treffen uns jedes Jahr zu einem Grillabend, machen Reisli und fahren nächstens sogar nach Hamburg». Beeler war nicht nur als Tambour in der Rott unterwegs, sondern ebenso lang steht er auch am Schlagwerk der Musikgesellschaft Brunnen. 1958 spielte er in der damaligen Knabenmusik Schwyz-Brunnen mit, anschliessend gleich in der Feldmusik Brunnen. Darum steht nächsten Monat ein weiteres Ereignis für Herbert Beeler an. Er wird für 60-jährige Aktivmitgliedschaft zum CISM-Veteranen ernannt. Eine sehr seltene Ehrung, auf die er sich freut.


Viele Vereinszugehörigkeiten


Schon lange Ehrenmitglied ist er in der Musikgesellschaft Brunnen, in der Katzenmusik Brunnen, in der Feldmusik Gersau, im STV Brunnen und im Feuerwehrverein Brunnen. Überall dort hat er sich engagiert. Er war bei der Gründung der Katzenmusik dabei, ist nach wie vor aktiver Musikant in der Feldmusik Gersau, schon seit 32 Jahren, dann im Militärspiel des Kantons Schwyz, in der Röllizunftmusik Gersau, in der Morgenrott Gersau und in der Stierenmusik, die jeweils an der Viehausstellung Schwyz auftritt. Dazu kommen noch all die Aushilfseinsätze in Morschach, Sisikon, Muotathal und Schwyz, die er geleistet hat, oder das langjährige Mitwirken bei den Waldstätter-Musikanten. Etwas ruhiger nimmt es der 72-Jährige zwar schon. In der Musikgesellschaft überlasse er vieles heute den am Schlagzeug ausgebildeten jungen Musikern. Beeler bedient all die anderen Geräte, Congas, Rasseln, Maracas und vieles mehr. «Umzüge sind mir auch zu streng geworden», bestätigt er. «Solange ich jedoch gesund bin und noch ‹mag›, mache ich im Dorf sicher noch mit.» Von der Grippe hat er sich wieder gut erholt. An den kommenden Fasnachtstagen ist mit ihm zu rechnen.


Bote der Urschweiz / Josias Clavadetscher

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste
  • Musik

Publiziert am

06.02.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/Cp4P72