Das Urschweizer Kammerensemble weckt Emotionen. Bild: pd
Das Urschweizer Kammerensemble weckt Emotionen. Bild: pd

Musik

Mitjauchzen und mitleiden

Dirigent Stefan Albrecht, die Sopranistin Rachel Harnisch und das Urschweizer Kammerensemble führen dramatische Konzertarien und frühe Orchesterwerke von Wolfgang Amadeus Mozart auf.


Liebe, Schmerz und Verzückung grosse Emotionen sind Stoffe für erfolgreiche Opern. Damit lassen sich sowohl in abendfüllenden Werken wie auch in kurzen Szenen dramatische Spannungsbögen gestalten. Zu Mozarts Zeiten schrieben Komponisten oft Stücke, die auf herausragende Sänger und Sängerinnen zugeschnitten waren. Solche Arien ergänzten teils bestehende Opern und boten die Möglichkeit zu besonderer Bravour, teils wurden sie in Konzerten aufgeführt. Mozart war 21 Jahre alt, als er 1777 in Salzburg die grosse dramatische Arie «Ah, lo previdi» für Josepha Dussek, eine damals weltberühmte Sopranistin, komponierte.


Ebenfalls eine international bekannte Sängerin ist die aus Brig stammende Rachel Harnisch. Diesen Sommer sagte sie in einem Interview: «Trage deine Seele nach aussen, und du wirst gehört!» Dass sie dies auch in ihrem im musikalischen Alltag beherzigt, durften die Musikerinnen und Musiker des Urschweizer Kammerensembles in der ersten gemeinsamen Probe erleben. Sängerische Leichtigkeit und Perfektion sind das eine, die selbstverständliche Voraussetzung für die Interpretation mozartscher Werke. Schlicht überwältigend ist jedoch, wie Rachel Harnisch diese horrend schwierig zu singenden Arien, deren Texte wir heute eher belächeln, ernst nimmt und musikalisch beseelt. Es bleibt nichts anderes übrig, als mitzujauchzen, mitzuleiden, mitzulieben. Die Arien neben der bereits erwähnten sind es «Misera, dove son!» und «Vorrei spiegarvi, oh Dio!» – erklingen im Wechsel mit frühen Orchesterwerken Mozarts: Die «Sinfonie in F» schrieb er als Elfjähriger, das «Divertimento in D» mit 16 Jahren und die «Sinfonie in D» als noch nicht Zwanzigjähriger.


Die Konzerte des Urschweizer Kammerensembles unter der Leitung von Stefan Albrecht und mit der Sopranistin Rachel Harnisch finden statt am 20. Oktober um 20 Uhr und am 21. Oktober um 17 Uhr in der Pfarrkirche Ingenbohl.


Bote der Urschweiz / pd


Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

18.10.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/X97MRE