Die Mosi-Musig mit Alois (Mosi-Wysl) Lüönd, Thomas Scherrer, Häppy Imholz und Daniel Gwerder spielte ebenfalls in der «Wendelstube » auf. Bild: Roger Bürgler
Die Mosi-Musig mit Alois (Mosi-Wysl) Lüönd, Thomas Scherrer, Häppy Imholz und Daniel Gwerder spielte ebenfalls in der «Wendelstube » auf. Bild: Roger Bürgler

Musik

Mosi-Paulis musikalischesErbe

Am Freitag wurde in der «Wendelstube» die erste
der beiden CDs «Musig vom Mosi-Pauli» vorgestellt. Der Anlass begeisterte.

Dass der Ingenbohler Paul Lüönd von den legendären Mosibuebe einer der bedeutendsten Schwyzerörgeler des Landes war, ist hinlänglich bekannt. Dank Reto Grab und weiteren Musikkollegen des leider am 3. April 2014 verstorbenen Mosi-Pauli bleiben nun bislang unveröffentlichte Tänzeder Nachwelt erhalten. Die Ingenbohler «Wendelstube», unweit vom Mosi entfernt, war am Freitagabend zum Bersten voll. Ebenso voll war der dortige Giigäbank. Ein Dutzend kostbare Schwyzerörgelis, aber auch E-Gitarre, Bass oder gar ein Banjo füllten die kleine Bühne. Der enorme Publikumsaufmarsch und das Instrumentarium hatten seinen Grund.

Unveröffentliche Kompositionen

Am Freitag wurde die erste von zwei CDs mit noch unveröffentlichten Tänzen von Mosi-Pauli vorgestellt. «Für mich ist der heutige Abend eine emotionale Achterbahn», verriet der Oberarther Schwyzerörgeler Daniel Gwerder, der ursprünglich ein Fan, dann ein Schüler und schliesslich Musikkollege des legendären Mosi-Pauli war und heute auch in der Mosi-Musig mitspielt. «Mir geht es genau gleich», sagte auch Reto Grab. Der Seewener, selber einer der virtuosesten Schwyzerörgeler des Landes und ebenso Mosi-Pauli-Fan, war der eigentliche Hauptakteur des Abends, aber auch der Monate zuvor. Seine immense Arbeit als musikalischer Nachlassverwalter von Mosi-Pauli kann gar nicht genügend gewürdigt werden. Eigentlich wollte Paul Lüönd seine 28 noch unveröffentlichten Kompositionen zum 65. Geburtstag selber mit seinen musikalischen Weggefährten von den Mosibuebe, aber auch von der Retomons &Waschi GmbH auf eine CD einspielen. Doch seine Krankheit liess dies nicht mehr zu.

«Pauli hat uns immer zugeschaut»

Darum beauftragte Mosi-Pauli Reto Grab, der sich über Monate die wunderbaren Tänze zeigen liess, den Wunsch zu erfüllen. Reto Grab schrieb die Noten, arrangierte die meisten zweiten Stimmen, die Begleitungen und Abläufe. «Pauli hat alles akribisch geplant. Er wusste genau, wie seine Musik klingen muss, und wer in welchemStück welches Instrument zu spielen hat.» Mosi-Pauli selbst würdigte Reto Grabs unglaubliche Arbeit bereits im Stück «Der geduldige Reto», das im Februar auf der zweiten CD erscheinen wird. Das Stück wurde am Freitag vom grossartigen Ensemble vorgestellt und umfasst eigentlich alles, was Mosi-Paulis Musik charakterisiert: mehrstimmige Elemente, virtuose und völlig überraschende Läufe, raffinierte Taktwechsel und eine lüpfige Fröhlichkeit. Das Porträt des legendärenSchwyzerörgelers hing am Freitag über den Köpfen der Musikanten, und dem verschmitzten Lachen von Mosi-Pauli konnte man entnehmen, dass er sehr zufrieden ist, wie seine Kollegen sein musikalisches Erbe umsetzten. «Wir hatten bereits im Studio dasGefühl, dass Pauli uns bei der Arbeit zugeschaut hat», sagte Grab.

Bote der Urschweiz (Roger Bürgler)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

28.11.2016

Webcode

schwyzkultur.ch/VhWE4L