Das Jazztrio Rusconi: Fabian Gisler (von links), Stefan Rusconi und Claudio Strüby machen sich nicht nur Gedanken über die digitale Revolution, sie handeln.
Das Jazztrio Rusconi: Fabian Gisler (von links), Stefan Rusconi und Claudio Strüby machen sich nicht nur Gedanken über die digitale Revolution, sie handeln.

Musik

Rusconis Musik soll frei sein

«Wie wird Kunst verteilt?» In Zeiten von Smartphones und Tablets eine grosse Frage. Rusconi, das Trio mit dem Brunner Claudio Strüby, gibt in einem Manifest eine Antwort darauf. Es löste sich von seinem Major Label und wagt den Alleingang.

Anfang März erscheint das fünfte Album des Jazztrios Rusconi. «Revolution» heisst es. «Improvisierter Pop», nennt Schlagzeuger Claudio Strüby aus Brunnen, der heute in Zürich lebt, die Musik des intensiv zusammenarbeitenden Trios. «Intelligenter Jazzpop» oder «Jazz für die Generation Rock» wurde die innovative Musik in der Presse auch schon betitelt. Es kommt einer Revolution gleich, wie die Band zu ihrem neuen Album kam, denn die drei Musiker nehmen das Heft wieder selber in die Hand – und das durchdacht. Die Zusammenarbeit mit einem Major Label wird nach drei Jahren beendet, um flexibler, verspielter und schneller arbeiten zu können und um näher am Puls der Fangemeinde zu bleiben. «Wir wollen überall dort vertreten sein, wo die Jungen Musik hören», sagt Claudio Strüby.

«Es bleibt unsere Musik»

Das Trio weiss, dass in Zeiten der digitalen Reproduzierbarkeit und der grenzenlosen Verbreitung im Internet Besitz hinfällig und die Höhe des Preises fragwürdig wird. Rusconi akzeptiert das mit einem grossen Aber: «Der Inhalt des Schaffens bleibt eine grosse künstlerische Leistung, welche Zeit, Handwerk, Inspiration und auch finanzielle Mittel braucht.» Dennoch gibt Rusconi die Musik frei für jegliche Verwendung. Der Grund: «Das Gehörtwerden ist ihr eigentlicher Sinn. Vergesst aber nicht, dass es unsere Musik bleibt. Wir möchten, dass das so deklariert wird.» Das Manifest ist nach intensiven internen Diskussionen entstanden und eine Reaktion auf die veränderten Bedingungen der heutigen Vermarktung von Musik. In einem Youtube-Film, gedreht auf einer Konzerttournee in Hongkong, geben Stefan Rusconi, Fabian Gisler und Claudio Strüby fundiert Auskunft über ihren neuen Weg.

CDs an Konzerten verkaufen

Das Album «Revolution» ist im Juni 2010 in einem grossen, leeren Raum in Basel entstanden. Rusconi zeichneten sich selber auf. Sie konnten so ohne zeitliche Einengungen vieles ausprobieren, verwerfen oder für das Album verwenden. Sie schufenSongs, Chaos und improvisierte Stimmungen, welche sich über die letzten zwei Jahre an zahlreichen Konzerten entwickelt und verfestigt hatten. Ab 2. März sind die Stücke als Gratisdownload auf der Website der Band zu finden. Gegen Entgelt kann auch eine Vinylkopie bestellt werden. Dazu wird die Band, die bisher über 200 Konzerte gegeben hat, weiterhin viel auf Bühnen treten. Dort können die CDs und Schallplatten, die im hauseigenen Label Qilin Records veröffentlicht werden, exklusiv gekauft werden. «Das bedingt, dass wir nach dem Konzert zu unserem vorbereiteten Stand gehen und die CDs verkaufen », sagt Claudio Strüby. Die Fans werden es zu schätzen wissen, getreu dem Rusconi-Manifest «Ohne euch soll es uns nicht geben». Die Premiere in der Schweiz ist am 4. April im Zürcher «Kaufleuten».

«Rusconis Manifest»

Das macht die Band: – Rusconi stellen ihre Musik künftig kostenlos und in bester Qualität auf ihre Webpage. – Schallplatten und CDs werden exklusiv an Konzerten zum Kauf angeboten.

Das machen die Musikhörer: – Sie engagieren sich mit Konzertbesuchen oder Spenden. – Sie tragen sich in Rusconis Newsletter ein. – Sie verbreiten die Musik. – Sie kaufen Schallplatten und CDs. – Sie vergessen nicht, dass es Rusconis Musik bleibt.

Rusconis Wunsch: – Wenn ihr damit auf irgendeine Weise Geld verdient, dann macht damit, was wir auch tun: Teilt es!

Infos

www.rusconi-music.com

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

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Kategorie

  • Musik

Publiziert am

08.02.2012

Webcode

www.schwyzkultur.ch/JMVgV1