Im Rahmen des Festivals «Gersauer Herbst» trat gestern die Mundartrock-Sängerin Sina auf die Bühne des Brunner «Waldstätterhofs». Die Walliser Sängerin zog 350 Zuhörerinnen und Zuhörer in ihren Bann.
Im Rahmen des Festivals «Gersauer Herbst» trat gestern die Mundartrock-Sängerin Sina auf die Bühne des Brunner «Waldstätterhofs». Die Walliser Sängerin zog 350 Zuhörerinnen und Zuhörer in ihren Bann.
Spezielles Blasinstrument: Mit dem Stück «D’Wält Uf Em Chopf» eröffnete Sina den Konzertabend am Gersauer Herbst im Seehotel Waldstätterhof. Bilder Nadja Tratschin
Spezielles Blasinstrument: Mit dem Stück «D’Wält Uf Em Chopf» eröffnete Sina den Konzertabend am Gersauer Herbst im Seehotel Waldstätterhof. Bilder Nadja Tratschin

Musik

Sina begeisterte 350 Zuschauer

Zum ersten Mal traten Sina und ihre neue Band am Gersauer Herbst auf. Im ausverkauften Mythen-Saal des Seehotels Waldstätterhof spielte sie am frühen Sonntagabend vor 350 Gästen und begeisterte diese vom ersten bis zum letzten Ton.

Nach vier sehr guten Konzertabenden folgte mit Sina am gestrigen Sonntag der nächste und fünfte Höhepunkt des Gersauer Herbsts. Die Vorfreude und die Erwartungen an das Konzert waren gross, sowohl beim Veranstalter als auch beim Publikum. Sina erfüllte sie. Während neunzig Minuten spielte sie nicht nur Songs wie «Ha Gmeint», «Mentag» oder «Äso Täg» von ihrem neusten Album «Ich Schwöru», sondern auch Songs von früheren Scheiben wie «Platz Miis Härz» aus «In Wolkä Fische », «Däheimu» aus «Alltag» oder «D’Wält Uf Em Chopf» aus dem Album «Alltag».

Sina mag Innerschwyz

Sina schien sich wohlzufühlen, «da, wo die Berge hoch sind, der See klar, der Blick auch und der Händedruck fest», wie sie es in ihren eigenen Worten ausdrückte. Ihre Mitmusiker, Remo Signer, Percussion und Gesang, Michale Chylewski, Bass, Kontrabass und Gesang, Peter Wagner, Keyboard, Gitarre und Gesang, sowie Gregor Heini, Gitarre, Cello und Gesang, wirkten im ersten Teil des Konzerts zum Teil eher etwas ernst und angespannt, spielten aber sehr präzis und dynamisch.

Geburtstag

Bei Gitarrist Gregor Heini huschte immer wieder ein vielsagendes Lächeln übers Gesicht, insbesondere als Sina und die Band den Song «Giburtstag » spielten. Was es mit diesem Lächeln auf sich hatte, verriet Sina, als sie Heini und ihre anderen Bandmitglieder vorstellte. Strahlend verkündete sie, dass Heini erst gestern noch im Kreisssaal gestanden hatte und heute als stolzer Vater auf die Bühne zurückgekehrt ist. Im Publikum gab es kein Sonntagskind, das Geburtstag hatte. Trotzdem hatten die Gäste allen Grund zum Feiern.

Aus der Reserve gelockt

Mit dem Song «Giburtstag» lockte Sina das Publikum aus der Reserve. Mit Klatschen kamen sie jetzt nicht mehr davon. Sina forderte alle auf, aufzustehen und mitzusingen. Bis in die hintersten Reihen ertönten die Stimmen, mal lauter, mal schwächer, aber alle amüsiert und motiviert. Geburtstagen sieht Sina mit Humor entgegen und meinte dazu: «Meine Damen und Herren, ich glaube, wir müssen üben, unsere wachsende Anzahl an Geburtstagen zu verarbeiten.»

Musiker als dritte Gruppe

Dabei gäbe es eine Gruppe, die täten das vor allem mit Alkohol, wozu meistens und eher die Männer zählen. Die zweite Gruppe seien diejenigen, die eine grosse Torte bestellten, worauf entweder 250 oder nur eine Kerze stünden, das sind Frauen, die gerne in einer Gruppe leiden. Die dritte Gruppe seien sie als Musiker, sie stampften die Geburtstage in den Boden, zwängen sie in die Knie und drückten ihnen das Motto auf «Je lauter man singt, desto weniger stark schmerzt es» – das Älterwerden.

Aufmerksames Publikum

Abgesehen von dieser singenden Standing Ovation bei dem die Gäste «Hoch sollst du leben, tanzen sollst du auch» auf Walliserdeutsch sangen, war das Publikum eher zurückhaltend, sass ruhig in den vorderen Reihen und stand still in den hinteren Reihen. Gehen liess es Sina und ihre Band aber erst nach einer respektive zwei Zugaben. Darin trumpfte Sina nochmals richtig auf und sang die beiden populären Stücke «Dr Sohn Vom Pfarrär» und «Fär Ds Franz-Josi».

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

21.11.2011

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schwyzkultur.ch/fX8cbP