So sah früher der Blätz in Brunnen aus: Der Schellengurt mit schmaler Stelle, ein anderes Muster und noch keine blaue Farbe im Gwändli.
So sah früher der Blätz in Brunnen aus: Der Schellengurt mit schmaler Stelle, ein anderes Muster und noch keine blaue Farbe im Gwändli.

Volkskultur

Alter Blätz aufgetaucht

Es galt als verschollen, nun ist es wieder aufgetaucht: Ein über 100 Jahre altes Blätz-Gwändli konnte im Archiv des Freilichtmuseums Ballenberg aufgestöbert werden.

«Es ist eine ‹gfreuti Sach›, konnte dieser Ur-Blätz wieder aufgestöbert werden», erklärte Kurt Küttel, Präsident der Nüssler-Gesellschaft Brunnen-Ingenbohl gestern auf Anfrage. Aufgestöbert deswegen, weil der Blätz eigentlich Eigentum der Brunner Nüssler ist. Vor über 20 Jahren wurde dieser als Leihgabe an das Trachtenmuseum im Schlössli Utenberg überstellt. Als dieses seine Tore schloss, fand der Blätz in den 1990er-Jahren im Kornhaus Burgdorf, einem Museum für Volkskultur, ein neues Zuhause. Danach geriet der Blätz in Vergessenheit. Das Kornhaus stellte in der Zwischenzeit seinen Betrieb ein, und erst im Zuge der Recherche- Arbeiten für die Nüssler-Ausstellung in Brunnen bemerkte man, dass das alte Kostüm unauffindbar ist. Erleichterung verschaffte dann die Anwort aus Ballenberg, dass der Blätz zusammen mit anderen Figuren aus dem Nachlass des Kornhauses den Weg ins Freilichtmuseum gefunden hatte. «Nun wollen wir ihn zurückholen und selber aufbewahren», so Küttel.

Aus dem Fundus von Coiffeur Koller

Das Gwändli dürfte um 1900 geschaffen worden sein – vielleicht ist es sogar noch älter. Als 1913 Coiffeur Koller im Brunner Dorf einen Salon übernahm, musste er auch alte Blätz-Kostüme mitkaufen. Danach hat er selber keine neuen Blätze mehr gefertigt, bis er in den 1950ern die Kostüme der Nüssler-Gesellschaft überliess. Das Gwändli dürfte aus diesem Fundus stammen. Muster, Farben und auch Schellengurt unterscheiden sich übrigens deutlich von den heutigen Brunner Blätzen.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

06.02.2013

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schwyzkultur.ch/XTx4ri