Schwere Last auf den Schultern: Die rund 100 Greifler zogen feierlich und lautstark vor der malerischen Kulisse des Schiltä-Nüüni in Brunnen ein. Sie hatten schwere Last zu tragen, wiegen doch zwei Trycheln rund 40 Kilogramm. Bilder Christoph Jud
Schwere Last auf den Schultern: Die rund 100 Greifler zogen feierlich und lautstark vor der malerischen Kulisse des Schiltä-Nüüni in Brunnen ein. Sie hatten schwere Last zu tragen, wiegen doch zwei Trycheln rund 40 Kilogramm. Bilder Christoph Jud
Umrundung: Die Tradition beim Greifeln an Dreikönige will es, dass die Greifler und Chlepfer dreimal die Bundeskapelle umrunden und dabei von den Zuschauenden bestaunt werden.
Umrundung: Die Tradition beim Greifeln an Dreikönige will es, dass die Greifler und Chlepfer dreimal die Bundeskapelle umrunden und dabei von den Zuschauenden bestaunt werden.
Nicht ganz ernst gemeint: Beim Plöder wussten Roman Auf der Maur (links) als Ratsherr Josias vo Brunnä und Urs Gnos als Erwin vom Brunnibärg manch eine kuriose Tat zu verraten.
Nicht ganz ernst gemeint: Beim Plöder wussten Roman Auf der Maur (links) als Ratsherr Josias vo Brunnä und Urs Gnos als Erwin vom Brunnibärg manch eine kuriose Tat zu verraten.

Volkskultur

Die Tradition des Greiflet gelebt

Am gestrigen Dreikönigstag zogen traditionell in vielen Orten in Innerschwyz am Abend Geislechlepfer und Greifler mit Schellen und Trycheln durch Strassen und Gassen und vertrieben die bösen Geister.

Den Einzug der Greifler in Brunnen besuchte der «Bote» stellvertretend für alle anderen Orte, die ebenfalls an Dreikönige die Tradition des Greiflet pflegen. Am Dreikönigstag wird vielerorts im innern Kantonsteil die Fasnacht eröffnet. An diesem Tag wird auch die Tradition des Greifelns hochgehalten. Geislechlepfer und Trychler ziehen lärmend durch die Nacht und vertreiben die bösen Geister. In der Gemeinde Ingenbohl ist dies auch so. Eine Sage berichtet, dass ein nächtlicher Umzug zwei Waldfrauen, «Strudeli und Strätteli», gegolten hat. Es herrscht der Glaube, dass jene Sitte mit dem Greifeln zusammenhängt, denn die Namen der beiden Waldfrauen deuten auf Hexen hin, wie der Website der Greifler-Vereinigung Ingenbohl-Brunnen zu entnehmen ist.

Seit anfangs 19.Jahrhundert

Erst Anfang des 19. Jahrhunderts hat man den Winterbrauch mit einem Einzug ins Dorf Brunnen ermöglicht. Am 11. Juni 1972 wurde die Greifler-Vereinigung Ingenbohl-Brunnen gegründet, die den 6. Januar (Dreikönige) als Haupttag feiert. Wie alle Jahre ist der Nachwuchs der Brunner Greifler gestern am Dreikönigstag bereits am Morgen in der Gemeinde Ingenbohl unterwegs gewesen.

Nachwuchstagsüber

Die jungen Greifler zogen in kleinen Gruppen von Haus zu Haus und trychelten vor den Haustüren in der Hoffnung, dass zum Dank für die Vertreibung der bösen Geister von den Hausbewohnern eine kleine Gabe erteilt werde.

Erwachsene abends

Am frühen Abend versammelten sich die Greifler von Wylen, Schönenbuch, Feld und Urmiberg, um sich gemeinsam von der Klosterstrasse aus ins Dorf Brunnen zu begeben. Auf dem Kronenplatz hinter der Bundeskapelle trafen die rund 100 Greifler und 10 Geislechlepfer mit ihren grossen und kleinen Trycheln und Geislen gegen 20.00 Uhr ein und wurden von einer grossenVolksmenge empfangen. Die Männer in weissen Hirthemden und schwarzen Hosen umrundeten traditionell dreimal die Bundeskapelle.

300 Zuschauer

Nach dem lautstarken Auftritt der Greifler und Chlepfer konnten die gegen 300 Zuschauer das hiesige Brauchtum erleben. Lüpfige Ländlermusik, stimmungsvolle Jodellieder und bodenständige Jüüzli klangen durch die kalte Nacht. Gespannt und amüsiert hörten Gross und Klein dem Plöder von Ratsherr Josias vo Brunne (Roman Auf der Maur) und Erwin vom Brunnibärg (Urs Gnos) zu. Sie nahmen sowohl Einheimische wie national und international bekannte Mitmenschen auf die Schippe.Wer danach noch nicht nach Hause wollte, konnte im «Stauffacher » beim Greiflertanz mit der Örgeliformation Rampass fröhlich weiterfeiern.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

07.01.2010

Webcode

schwyzkultur.ch/VqH8BX