Ihm ist der ganze Umzug gewidmet, Bartlivater Gery Marty war gestern im Element. Für das aufmarschierte Volk gab es Orangen und für die kleinen Umzugsbesucher auch mal etwas Süsses direkt in die Hände gedrückt. Bilder Erhard Gick
Ihm ist der ganze Umzug gewidmet, Bartlivater Gery Marty war gestern im Element. Für das aufmarschierte Volk gab es Orangen und für die kleinen Umzugsbesucher auch mal etwas Süsses direkt in die Hände gedrückt. Bilder Erhard Gick
Sportbräuslis auf der Achterbahn und in Schieflage: Jene, denen es nur schon vom Zuschauen übel wurde, erhielten selbstverständlich Pilläli verabreicht
Sportbräuslis auf der Achterbahn und in Schieflage: Jene, denen es nur schon vom Zuschauen übel wurde, erhielten selbstverständlich Pilläli verabreicht
Böse Zungen behaupten, Bartlivater Gery Marty fahre eine «...»-Dreckschleuder. Aber immerhin sind die neuen Modelle mit einem «Marty kel Filter» ausgestattet.
Böse Zungen behaupten, Bartlivater Gery Marty fahre eine «...»-Dreckschleuder. Aber immerhin sind die neuen Modelle mit einem «Marty kel Filter» ausgestattet.

Volkskultur

Grossaufmarsch für den Brunner Bartlivater mit prächtigem Umzug

Das war wieder ein fasnächtlicher Grossanlass gestern. Der 101. Bartliumzug. Ein gewaltiger Knall war gestern um 14.00 Uhr in Brunnen zu vernehmen. Damit wurde der Start des farbenprächtigen Bartliumzugs ausgelöst.

Mehrere Tausend Besucher und Besucherinnen durften sich am sprichwörtlichen Brunner Fasnachtshumor erfreuen. Der Bartliumzug war wieder ein megamässiger Umzug und eine Huldigung an den 101. Bartlivater, Gery Marty, und seine Gemahlin Jacqueline. Mit 45 Nummern wurde wieder einiges aus dem Leben des Bartlivaters auf die Schippe genommen.

Aus dem Leben des Bartlivaters

Viele davon spielten tatsächlich direkt auf den Bartlivater und seinen Beruf als Produktionsleiter der Reismühle an. So wurde gestern zum Beispiel «GeRysotto» verteilt, des Bartlivaters Reiselust wurde persifliert, und die Disco Vampire, bei der er zu den Gründern gehört haben soll, erlebte ein Revival. Auch all die übrigen Sujets vermittelten viel Fasnachtswitz und Satire. So wurde die Timpelbahn durch Brunnen gefahren, die Denkmalschützer suchten ihre Gebäudeopfer beim ehemaligen Brunner Kino oder beim «Edelweiss», Knies Elefanten nahmen jetzt definitiv Abschied, das Fifa-Gruselkabinett, an dem Sepp Blatter persönlich anwesend war, wurde durchs Dorf gefahren, und gar mancher durfte spenden, bestechen. Auch für die kantonale Finanzkrise und den NFA hatten die Brunner eine Lösung. Derweil verteilte sich der Bartlitross auf 23 Umzugswagen, 9 Fussgruppen, 3 Hexengruppen und 7 Guuggenmusigen und, und und.

Urknall um Fünf

Der Bartlitag hat einen genau festgelegten Ablauf. Der Auftakt ist mehr oder weniger musikalisch. Weil die Fasnächtler natürlich nicht bis zum nachmittäglichen Umzug warten mögen, widmet man sich schon in aller Frühe dem Bartlivater und seinem Gefolge. Die Sache ging gestern Morgen traditionell mit dem Urknall um 05.00 Uhr und der anschliessenden Tagwache los. Spätestens nach diesem lauten Donner ging es los. Am Morgen fand in der Dorfkapelle die traditionelle Fasnachtsmesse statt, die natürlich von Fasnachtsmusik begleitet wurde, und an der man den verstorbenen Bartlimitgliedern gedachte. Anschliessend besuchten die Bartlileute das Alterswohnheim und die Schwestern im Kloster Ingenbohl. Nach dem Umzug und der kommentierten Parade auf dem Ochsenplatz wurde auf dem Gemeindeparkplatz die Wurst- und Brotverteilete für die Kinder durchgeführt. Der Abend wurde mit dem mystischen Fackelumzug und dem Verbrennen des Harliginggs bei der Schiffstation beendet.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

05.02.2016

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schwyzkultur.ch/BWf1YL