Spielen Tänze von Josef Stump am Gedenkkonzert: die Mosibuebä aus Ingenbohl. Bild Dany Schulthess
Spielen Tänze von Josef Stump am Gedenkkonzert: die Mosibuebä aus Ingenbohl. Bild Dany Schulthess

Volkskultur

Konzert zu Ehren von Josef Stump

Dieses Jahr ist der 80. Todestag von Josef Stump. Er war einer der bahnbrechendsten Pioniere auf dem Schwyzerörgeli. Zu seinen Ehren findet Mitte Dezember ein Gedenk-Konzert statt.

Josef Stump – «Stumpä Sebäli» – ist am 21. März 1929 im Spital Schwyz gestorben. Er wurde nur 46 Jahre alt, doch in der Volksmusikszene bleibt er und seine Musik unvergesslich. Zu seinen Ehren organisiert ein Team um Alois «Mosi Wysel» Lüönd das erste Gedenk-Konzert für den Pionier. «Es wurde von verschiedenen Seiten angeregt, etwas zu seinen Ehren auf die Beine zu stellen – vor allem weil sich dieses Jahr seinTodestag zum 80. Mal jährt und sich auch immer mehr junge Leute für seinen Stil interessieren», führte Alois Lüönd gegenüber dem «Boten» aus. Im Weiteren hat das Haus der Volksmusik in Altdorf sein erstes Dokumentations- und Forschungsprojekt Josef Stump und Balz Schmidig gewidmet. Erschienen ist ein Heft mit Noten und der Geschichte der beiden Persönlichkeiten. Die dazugehörende neue CD «Stump-Schmidig» wurde im vergangenen August am Festival Alpentöne in Altdorf vorgestellt. Aus diesen Gründen findet nun am 12. Dezember im Restaurant Wendelstube in Ingenbohl das 1. Josef- Stump-Gedenk-Konzert statt. Die Mosibuebä, Seebi Schmidig, Armin Heinzer (Enkel von «Örgelidokter» Martin Nauer), Reto Grab und andere werden die Stücke von Josef Stump und Balz Schmidig einem interessierten Publikum näherbringen. Zwei Schallplattenaufnahmen In der Volksmusikszene wird Josef Stump als ein Pionier auf dem Schwyzerörgeli beschrieben.

Ungebundenes Leben

Er wurde 1883 in Unterschönenbuch geboren und wuchs in einem sehr musikalischen Umfeld auf. «Stumpä Sebäli» war nie verheiratet und zog ein ungebundenes Leben einem regelmässigen Einkommen vor. Er arbeitete auf dem elterlichen Anwesen in Unterschönenbuch, handelte später mit Käse, Gemüse und Melkgeschirr und hielt sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser. Zuletzt arbeitete er als Nachtwächter. Seine Leidenschaft galt jedoch dem Musizieren auf dem Schwyzerörgeli. Zwischen 1911 und 1914 erhielt er die Gelegenheit, zusammen mit Xaver Betschart als «Schwyzer Handorgel Duett» in Zürich 18 Titel auf Schallplatteaufzunehmen.

Meilenstein gesetzt

Zwischen 1919 und 1921 spielte er zudem mit Balz Schmidig als «Berglerkapelle Balz Schmidig, Oberschönenbuch-Schwyz» weitere 15 Titel ein. Diese Aufnahmen gelten noch heute als Meilenstein der Ländlermusikgeschichte. Ein rascher, ruppiger Stil Stump hatte einen immensen Einfluss auf die Entwicklung der Ländlermusik – weit über das Schwyzerörgeli und die Innerschweiz hinaus. «Stump schuf – nicht als Einziger, aber wohl als der Bedeutendste – eine neue Art von ländlicher Tanzmusik, die zwar auf Spielweisen und Material des 19. Jahrhunderts beruhte, aber durch das neue Instrument einen ganz neuen Charakter erhielt», heisst es auf der Homepage der Mosibuebä wörtlich. «Stump war ein Virtuose mit Ecken und Kanten und pflegte einen raschen, ruppigen Stil mit einem gewaltigen Zug und einem treibenden Rhythmus. Auch seine Artikulation war einzigartig», heisst es weiter. Durch «Örgelidokter» überliefert Nach Stumps Tod spielte Balz Schmidig mit verschiedenen anderen Musikanten – auch mit dem legendären Schwyzer «Örgelidokter» Martin Nauer. Dank seiner virtuosen Spieltechnik, seinem aussergewöhnlichen Musikgehör und seinem einzigartigen Gedächtnis war er in der Lage, diese Musik über Jahrzehnte zu konservieren und schliesslich in den 1970er-Jahren an Alois «Mosi Wysel» Lüönd aus Unterschönenbuch und Seebi Schmidig aus Arth weiterzugeben.

1. Josef-Stump-
Gedenkkonzert

12. Dezember 2009
Rest. Wendelstubli,
Ingenbohl

Mitwirkende:
Mosibuebä
Seebi Schmidig
Armin Heinzer
Reto Grab
und andere

Weitere Infos

www.mosibuebe.ch

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

10.11.2009

Webcode

schwyzkultur.ch/1wHtys