Die Lötschentaler Tschäggätä muss zuhause bleiben: Das Festival der Masken und Bräuche "Maskerata" findet 2011 nicht statt.
Die Lötschentaler Tschäggätä muss zuhause bleiben: Das Festival der Masken und Bräuche "Maskerata" findet 2011 nicht statt.

Volkskultur

Maskerata findet 2011 nicht statt

Während der Fasnacht 2011 hätte in Brunnen ein gigantisches Festival der Masken und Bräuche stattfinden sollen. 111 Gruppen aus 11 Nationen wurden erwartet. Nun musste die Veranstaltung abgesagt werden – eine Verschiebung wird geprüft.

Grosse Enttäuschung bei der Bartligesellschaft Brunnen: Die vom 25. bis 27. Februar 2011 vorgesehene Maskerata findet nicht statt. Der fasnächtliche Gross-Event, der aus Anlass des 111-Jahr-Jubiläums der Bartligesellschaft geplant war, hätte zu einem internationalen Masken- und Brauchtums-Festival werden und rund 50 000 Besucher nach Brunnen locken sollen (siehe Box). Daraus wird nun nichts. Eine mehrköpfige und kompetente strategische Gruppe hat 2008 und 2009 ein Konzept erarbeitet, das vor allem auch die kulturelle Bedeutung der Fasnachts-Traditionen zur Schau stellen wollte. Ein Budget von 700 000 Franken wurde erarbeitet. Bereits lagen Zusicherungen von Sponsoren im Umfang von rund 350 000 Franken vor. Bedeutendste Fasnachts-Traditionen der Schweiz und der umliegenden Länder haben bereits ihre Teilnahme zugesagt. Auch wurden schon die eigentlichen Schwerpunkte im Programm festgelegt. Diese Konzeptgruppe schloss Ende 2009 ihre Arbeit erfolgreich ab.

Persönliche Probleme

Die Bartligesellschaft hat darauf einem operativen OK unter dem erfahrenen Karl Haf den Auftrag erteilt, den Anlass durchzuführen. «Zunehmend schwerwiegende Probleme in der organisatorischen Umsetzung, die auf sachliche, persönliche und gesundheitliche Probleme zurückzuführen sind», haben nun laut Karin Freitag Masa vom Bartlirat dazu geführt, dass der Anlass nicht durchgeführt werden kann. So hätten zahlreiche Schlüsselpositionen im Organisationskomitee bis zum heutigen Zeitpunkt noch nicht besetzt werden können. «Eine Durchführung der Maskerata in der verbleibenden Zeit erweist sich als nicht mehr umsetzbar», erklärt der Bartlirat. Zu gross wäre das unkalkulierbare Risiko in der Organisation geworden. Die Absage habe indessen keine finanziellen und keine konzeptionellen Gründe.

Eventuell 2014?

Der Bartlirat zeigte sich gestern sehr enttäuscht, dass diese Notbremse gezogen werden musste. Der Brunner Fasnachtsverein werde nun prüfen, ob eine Durchführung derMaskerata in den kommenden Jahren möglich sein könnte. Eine Verschiebung auf die Fasnacht 2012 sei aber nicht möglich, weil in dieser Zeit die Brücken beim Mosi-Portal Süd saniert und deshalb die eine Spur des Transitverkehrs durch Brunnen geführt werden müsse. 2013 sei auch nicht möglich, weil dann die Nüsslergesellschaft ihr 75-Jahr-Jubiläum feiert. Eine Durchführung des Fasnachts-Grossanlasses wäre in Brunnen also frühestens im Jahr 2014 realisierbar.



Zum Thema

- 06.01.2010: Brunnen organisiert Maskerata

Der Anlass

Die Maskerata wäre zum bisher bedeutendsten Festival seiner Art in der Schweiz geworden: Ein wissenschaftliches Symposium, eine Nacht der Familie Harlekin, kulinarischen Fasnachtsspezialitäten, Darbietungen im Dorf, Feuerbräuche und ein grosser Umzug mit 111 Gruppen aus 11 Ländern mit insgesamt 3000 Mitwirkenden wären die Programm-Eckpunkte gewesen. Bereits lagen Zusagen mehrerer Fasnachtsvereine vor: Zunft zu Safran (Fritschi) Luzern, Verein Chienbäse Liestal, Lälli-Clique 1902 für einen Morgenstraich, Chesslete Solothurn, Greth Schell Zug, Maskengruppe aus dem Lötschental, Chatzenmusik Altdorf, Gruppen aus dem deutschen Stockach und aus Köln sowie Gruppen aus Slowenien, Kroatien, Ungarn, Österreich, Frankreich, Holland und Italien.

pd

Autor

SchwyzKulturPlus

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

13.09.2010

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