Sandra und Michael Ruoss nehmen bis Ende Oktober an drei Tattoo-Veranstaltungen im In- und Ausland teil. Bild Irene Lustenberger
Sandra und Michael Ruoss nehmen bis Ende Oktober an drei Tattoo-Veranstaltungen im In- und Ausland teil. Bild Irene Lustenberger

Musik

«Einfach den Kopf ausschalten, laufen und die Show geniessen»

Die Geschwister Sandra und Michael Ruoss aus Buttikon nehmen mit der Lucerne Marching Band an drei Parademusik-Anlässen teil – Avenches Tattoo, Tattoo on stage im KKL Luzern und Polizeishow Hamburg.

Es ist nicht gerade die «Lieblingsdisziplin» vieler Blasmusiker: die Marschmusik. Doch bei den verschiedenen Tattoo-Veranstaltungen im In- und Ausland steht genau das im Zentrum. Auch Sandra und Michael Ruoss aus Buttikon haben sich der Marschmusik verschrieben und nehmen seit Jahren an den Projekten der Lucerne Marching Band teil. «Ich habe das Rekrutenspiel absolviert, und der Kommandant des WK-Spiels, Roger Hasler, ist Dirigent der Lucerne Marching Band. Er hat mich angefragt, ob ich Lust habe, mitzumachen», erklärt der 29-jährige Michael Ruoss. So nahm der Klarinettist 2012 das erste Mal am Projekt der Lucerne Marching Band (LMB), der Paradeformation der Feldmusik Luzern, teil. Ein Jahr später nahm er seine zwei Jahre ältere Schwester Sandra, die Saxofon spielt, mit.

Zweimal pro Woche nach Luzern

Seit Anfang August fahren die Konditor-Confiseurin und der Agrotechniker HF zweimal pro Woche nach Luzern, um mit den anderen rund 40 Musikerinnen und Musikern die Choreografie einzuüben. «Wir haben lange überlegt, ob wir das machen wollen. Da es aber nur drei Monate dauert, ist es machbar», sagt Michael Ruoss, der auch Mitglied in der Harmoniemusik Schübelbach-Buttikon ist. Nach einer sogenannten Leseprobe im Juni mussten die Geschwister das zwölfminütige Medley – darunter die Stücke «All’s was bruchsch uf der Wält», «Mit 66 Jahren», «Tage wie diese» oder «Can’t take my eyes off of you» – auswendig lernen. Technisch sei es nicht anspruchsvoll, das Einüben der Choreo sei viel schwieriger. «Wir laufen ja nicht nur geradeaus wie bei der normalen Marschmusik, sondern wir machen Figuren», sagt Sandra Ruoss. Man müsse aber kein Profi-Musiker sein, sondern «einfach Freude daran haben, etwas Neues auszuprobieren ». Ihr Bruder fügt an: «Natürlich braucht es eine gewisse Ausdauer, um gleichzeitig Musizieren und Laufen zu können. Aber das ist Übungssache.»

«Spass steht im Vordergrund»

Morgen Abend steht für die Buttikner der erste Auftritt des diesjährigen Projekts an. Am Avenches Tattoo – nach dem Basel Tattoo der zweitwichtigste Event seiner Art in der Schweiz – wird die LMB bis Samstag ihre Choreografie an fünf Shows präsentieren. Am 30. September und 1. Oktober geht es mit drei Shows am Tattoo on Stage im KKL in Luzern weiter. Höhepunkt sind die drei Auftritte an der Polizeishow Hamburg am 27. und 28. Oktober. Dass sie dabei vor mehreren Tausend Zuschauern musizieren werden, macht die Geschwister nicht nervös. «Man darf nicht studieren. Man muss einfach den Kopf ausschalten, laufen und die Show geniessen», sagt die Saxofonistin. Die LMB ist das einzige zivile Korps an den ansonsten von Militär-, Polizei- und Marine-Orchestern geprägten Shows. «Andere Bands sind wirklich auf Drill. Bei uns ist nicht alles todernst. Der Spass steht im Vordergrund, Fehler werden eher verziehen als bei Berufsorchestern», erzählt der Klarinettist. «Aber natürlich wollen alle einen guten Auftritt hinlegen.» Sandra und Michael Ruoss haben mit der Lucerne Marching Band in den vergangenen Jahren schon einige Auftritte hinter sich gebracht. «Der Einmarsch in die Arena in Avenches ist sehr eindrücklich», blicken die beiden zurück. Ebenfalls in Erinnerung bleibt der Auftritt am Berlin Tattoo 2013. «Das war der bisherige Höhepunkt. Und Hamburg wird bestimmt auch ein Höhepunkt», so die Geschwister. Eine Teilnahme am Basel Tattoo oder gar am Royal Edinburgh Military Tattoo, dem weltweit grössten dieser Art, kommt für die Geschwister nicht infrage. «Wir müssten mehr Ferientage nehmen, weil diese beiden Shows länger als eine Woche dauern. Wenn sie nur zwei, drei Tage dauern würden, dann würden wir es uns überlegen.»

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Irene Lustenberger)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

30.08.2017

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schwyzkultur.ch/UVRu8t