Bühne
«Dächli Leni» kommt als Theater auf die Bühne
Die aussergewöhnliche Geschichte der Goldauerin Tänzerin Syra Marty wird als Produktion der Theatergruppe Avantt aufgeführt.
1942: Syra Marty bricht aus ihrer Welt, einer konservativ-katholischen Welt, aus. Sie verlässt als 20-Jährige das Elternhaus und die dazugehörende Wirtschaft Rigi Dächli. Ihr grosses Ziel: Tänzerin werden. Die Goldauer Schauspielerin Jacqueline Beutler staunt noch heute ob dieser Entscheidung. «Es ist unglaublich, welchen Mut diese Frau zu jener Zeit hatte», meint sie. Damals war es nur schon verpönt, in Zürich zu servieren. «Dächli Leni» arbeitete zuerst als Serviertochter, bis sie es schliesslich auf die Bühnen in der ganzen Welt schaffte – als Exotik-Tänzerin (siehe unten). Die Theatergruppe Avantt wird im Rahmen des 175-Jahr-Jubiläums des Theaters Arth «Dächli Leni» auf die Bühne bringen. «Wir wollen mit einem musikalischen Theaterstück erzählen, wie es zur Berühmtheit von Syra Marty kam, wir wollen sie auf ihrem Weg begleiten. » Das Drehbuch schreiben Jacqueline Beutler und Daniela Schnider gemeinsam, Regie führt Daniela Schnider.
«Wir wollen den Mut dieser unglaublichen Frau würdigen»
«Es ist uns ganz wichtig, dieser mutigen Frau gerecht zu werden. Wir versuchen, uns all ihrer Facetten anzunehmen.» Jacqueline Beutler und Daniela Schnider recherchieren deswegen intensiv, suchen auch Kontakt zu Weggenossen oder Familienmitgliedern. Eine enorme Stütze in der Recherche ist Kulturproduzent und -veranstalter Roger Bürgler. 2007 begann Bürgler, über das Leben von Syra Marty zu recherchieren. Ein Jahr später reiste Roger Bürgler erstmals nach Napels im US-Staat Florida, um Syra Marty für seinen Dokumentarfilm «Syra Marty – Dächli Leni goes to Hollywood» zu interviewen. Der Film über die Burlesque-Tänzerin erschien im Dezember 2009 und zeigte die berührende Geschichte von Josephina Magdalena Marty. «Ich habe das Leben wirklich genossen, und es ist schön gewesen», sagt sie in diesem Film. Am 3. Februar 2011 am frühen Abend ist «s Dächli Leni» friedlich eingeschlafen.
«Mehrere Frauen werden Syra Marty verkörpern»
Das «Dächli Leni» zu inszenieren, war immer ein Traum von Jacqueline Beutler, immer wieder kam ihr deren Geschichte in den Sinn. Als Jürg Bläuer und Sandro Forni vom Theater Arth unabhängig voneinander mit Jacqueline Beutler über eine mögliche Inszenierung sprachen, wusste sie: jetzt oder nie. «Es war wie ein Zeichen für mich, diese Geschichte zu inszenieren», sagt Jacqueline Beutler. «Das Stück ist keine Nacherzählung des Films. Es wird vielmehr eine Hommage an den Mut sein», sagt Beutler. Mehrere Frauen werden Syra Marty verkörpern. Insgesamt werden fünf Schauspielerinnen und Schauspieler auf der Bühne stehen, voraussichtlich werden drei Musiker für den musikalischen Part sorgen. «Es soll musikalisch wie auch schauspielerisch einen Kontrast zwischen der ländlichen Welt und Hollywood geben», sagt Beutler. Das Theaterstück soll lebendig sein, viele Facetten von Marty sollen gezeigt werden, choreografische Elemente werden eingebaut.
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Vom Rigi Dächli nach Hollywood
Dächli Leni Josephina Magdalena Marty, besser bekannt als Dächli Leni, lebt als 20-Jährige in der Wirtschaft Rigi Dächli, inmitten einer grossen Familie, in einer konservativ-katholischen Lebenswelt mit klaren Erwartungen. Ihre Zukunft scheint besiegelt: ein einfaches Leben als Hausmädchen, aushelfen in der elterlichen Wirtschaft, heiraten, Kinder. Doch «s Dächli Leni» will mehr. Sie will tanzen. Früh schon fühlte sich Leni Marty zur Showwelt und den Bühnenkünsten hingezogen. Mitte der 1940er-Jahre assistierte sie ihrem künftigen Mann und Manager, dem Artisten Billy Frick, auf der Bühne. Er sorgte auch dafür, dass die Innerschwyzer Schönheit 1946 erstmals als Tänzerin auftreten konnte. Mit ihren Exotik- und Burlesque-Shows im Zürcher Niederdorf wurde sie zu einer Sensation. Schnell gab es Engagements in ganz Europa. Frick verpasste seiner Künstlerin den Namen Syra, und als diese wurde sie zu einem Medienereignis.
Mit ihren Tanzshows rund um den Globus gereist
Im Januar 1948 reisten Billy Frick und Syra Marty nach Los Angeles. Dort erhielt Syra Marty im legendären Can Can Follies Theatre ein längeres Engagement als Star der allabendlichen Exotik- Tanzshows. Parallel dazu wurde die eher kleine Schweizerin mit den blonden Haaren und der umwerfenden Ausstrahlung oft als Fotomodell und in kleinen Filmen als Schauspielerin gebucht. Vom Filmstudio Twentieth Century Fox erhielt sie einen Vertrag, reüssierte jedoch nie als Schauspielerin. Dafür wurde sie mit ihren Tanzshows rund um den Globus gebucht. Sie trat in allen grossen US-Städten, Kanada, Mexiko (beim Schweizer Swing-Musiker Teddy Stauffer in Acapulco), Hawaii, Japan, Frankreich, Italien, Schweden, Dänemark, Deutschland und Österreich auf. Überall wurde sie als grosser Star angekündigt und trat vorwiegend in Begleitung eines Orchesters au
Hinweis:
Der Vorverkauf für das Theaterstück «Dächli Leni» im Theater Arth startet am 3. Februar 2026. Ab 12. Juni sind sechs Aufführungen geplant. Mehr Infos auf
www.daechli-leni.ch.
Bote der Urschweiz / Nicole Auf der Maur / red
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Bote der Urschweiz
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