Dicht gedrängt stand das Publikum nach der Lesung um Abt Urban Federer, der Bücher signierte. Bild: Silvia Camenzind
Dicht gedrängt stand das Publikum nach der Lesung um Abt Urban Federer, der Bücher signierte. Bild: Silvia Camenzind

Literatur

Der Abt wünscht sich Ruhe

Volle Tau-Buchhandlung für Abt Urban Federer: Der Abt des Klosters Einsiedeln las aus seinem Buch und erzählte offen und unterhaltsam aus seinem Leben.

Eng war es am Mittwochabend in der Tau-Buchhandlung. Viel Publikum war gekommen, um Abt Urban Federer aus seinem ersten Buch «Quellen der Gottesfreundschaft. Mit Abt Urban durch das Kirchenjahr» lesen zu hören. Um es vorwegzunehmen: Der Abt las, um noch nicht zu viel aus dem schlanken Werk zu verraten, relativ wenige Passagen aus dem Buch vor. Es reichte, um dem Publikum einen Einblick in seine Gedankenwelt zu den jährlich wiederkehrenden Festen und Zeiten im Kirchenjahr zu gewähren.


Der Abt ist als Autor ein Perfektionist


Für einen, der laut eigener Aussage lieber schreibe und lese, als dass er spreche, sprach der Abt an diesem Abend viel. Er beantwortete Fragen und verriet einiges aus seinem Leben. Er erzählte, dass er gerne predigte und in Einsiedeln von einer vollen Klosterkirche profitiere. Sein Buch basiere auf Texten, die schon vorhanden waren. Wie lange er an diesen gebastelt habe, fragte ihn Regierungsrat René Bünter, der mitten im Publikum sass. Er sei ein Perfektionist, antwortete der Abt. «Ich bin sehr pingelig mit mir selber.» Urban Federer liest seine Texte vor der Veröffentlichung sehr oft durch, auf die Gefahr hin, dass sie zu wissenschaftlich werden. Der Terminkalender des Abtes ist voll. Er hat eine Sieben-Tage-Woche. So drehte sich die Diskussion mit dem Publikum auch um Unabhängigkeit und Freiheit. Der Abt äusserte den Wunsch, mehr im Hier und Jetzt leben zu können. Innere Freiheit sei ihm wichtig, da könne er Abstand nehmen von den Zwängen, die ihm die Agenda auferlege und abtauchen in den Rhythmus des Klosterlebens. Es verwunderte nicht, dass der Abt, auf seinen Wunsch für Weihnachten angesprochen, sagte, er wünsche sich, dass es ruhig werde. Er freue sich auf diesen Moment.


Bote der Urschweiz / Silvia Camenzind

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

07.12.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/heKqTc