Der Betreiber des Mauz Music-Club in Einsiedeln André Kälin gibt Auskunft. Bild Lukas Schumacher
Der Betreiber des Mauz Music-Club in Einsiedeln André Kälin gibt Auskunft. Bild Lukas Schumacher

Musik

«Die Musikszene ist momentan arg unter Druck»

Der Mauz Music-Club hat sich weit über die Kantonsgrenzen hinaus zu einer angesagten Adresse für Musiker und Fans entwickelt. Veranstalter André Kälin möchte Einheimische und Auswärtige verbinden.

Lukas Schumacher: Der Mauz hat bereits rund 100 Veranstaltungen auf dem Buckel … läuft er noch aufrecht?



André Kälin: Ja, immer aufrechter. Ausserhalb von Einsiedeln haben wir uns einen sehr guten Namen gemacht. Die Leute kommen von überallher zu uns. Hier kämpfen wir noch um die Gunst der Einheimischen.

Warum ist das so?


Einerseits ist das Image der Location vorbelastet, andererseits holen wir viele Bands nach Einsiedeln, die vorher noch nie im Kanton Schwyz waren und deshalb viele noch nicht kennen, was bei einigen ein Grund ist, nicht zu kommen. Unser grosser Traum ist es, hier im Club einheimische und auswärtige Musikliebhaber zu verbinden. Wir sind überzeugt, dass der Mauz Music-Club für Einsiedeln eine Bereicherung ist und dass wir so einen wichtigen kulturellen Mehrwert in unserem Dorf schaffen können.

Aufgrund der aktuellen Lage rund um das Coronavirus haben sie den Konzertbetrieb im Mauz bis Ende April eingestellt. Was bedeutet der Entscheid für sie?


Seit letzten Freitag sind wir jeden Tag mit Bookern, Managern und Musikern in Kontakt. Unser Ziel ist, dass wir kein Konzert absagen müssen, das heisst wir versuchen, alle Shows zu verschieben. Das Problem dabei ist, dass wir im Moment nicht wissen, wie lange wir diese drastischen Massnahmen einhalten müssen, und dass an den Ersatzdaten im Herbst oft bereits ein anderes Konzert steht. Die Auswirkungen ziehen sich schon jetzt bis in den Winter 2021 hinein. Die Musikszene ist im Moment arg unter Druck. Viele haben Existenzängste. Selbstständige Künstler, Tontechniker, Veranstalter und so weiter können keine Kurzarbeit anmelden. Wir geben unser Bestes, jetzt nicht in eine Opferhaltung zu verfallen. Diese drückende und negative Stimmung ist nicht gut für unsere Gesellschaft. Wenn jetzt alle anfangen zu jammern, macht es das nicht besser. Auf der Suche nach Wegen aus dieser Krise bleiben wir gnadenlos optimistisch. Nicht zuletzt haben wir Vertrauen in unsere Regierung, dass sie uns jetzt nicht einfach im Stich lässt.

Von den Corona-Schlagzeilen zu den Celebrities. Welches waren die berühmtesten?


Andrea Bignasca oder auch Black Sea Dahu, welche beide bei uns im Club ihre ersten Auftritte im Kanton Schwyz hatten. Natürlich auch Stiller Has, der am 23. Mai sein letztes Album in Einsiedeln präsentieren wird.

Der Mauz scheint sich mit dem Has gut zu verstehen … Es wird sein dritter Besuch im Mauz sein.


Beim Talkabend im Januar mit Janine Cathrein von Black Sea Dahu und Dominic Dillier vom SRF kam er schon eine Stunde früher als nötig in den Club, stand da und sagte: «Ah de Mouz, ih freu mi.»

Wie schaffen Sie es, die Grossen der Musikszene nach Einsiedeln zu holen?


Man muss sich die Kontakte erkämpfen und dann sorgfältig pflegen. Wir sorgen dafür, dass sich die Künstler bei uns wohlfühlen und gerne wiederkommen oder uns weiterempfehlen. Die Musiker sind untereinander gut vernetzt.

Wie läuft das, fragen die Künstler euch für einen Gig an oder ist es umgekehrt?


Wir erhalten sehr viele Anfragen. Jedoch wurden 90 Prozent der Künstler, die bei uns im Mauz Music-Club auftraten, von uns angefragt.

Gibt es da auch Absagen?


Nein, bis jetzt noch keine. Die Musiker wollen sich in bestimmte Clubs einreihen, die für sie eine gute Visitenkarte sind. Dass wir nach nur drei Jahren dazu gehören, freut und erstaunt uns sehr. Wir sind stolz darauf.

Wer wäre ihr Traum-Act auf der Mauz-Bühne?


Wenn ich eine Wunderlampe hätte, dann würde ich mir Bob Dylan mit Band in den Mauz wünschen. Aus der Schweiz würden wir gerne Sophie Hunger oder Zürich West willkommen heissen.

Einsiedler Anzeiger / Lukas Schumacher

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

17.03.2020

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schwyzkultur.ch/B7nQxH