Musik

«Doktorarbeit ringt mir die allergrösste Hochachtung ab»

Der Musikwissenschaftler und Leiter des Raff-Archivs in Lachen, Severin Kolb, konnte am Samstag seine Doktorarbeit in Buchform feiern. Die Publikation beleuchtet «Die Wagnerfrage» des Musikers Joachim Raff.

Die Joachim-Raff-Gesellschaft in Lachen liess es sich nicht nehmen, diesen Moment gebührend zu würdigen: Severin Kolb hat seinen Doktor gemacht, und nun liegt seine immense Arbeit in einer Publikation vor. Er benötigte dafür mehrere Jahre, auch weil immer noch mehr Recherche zur Person Joachim Raff und seinem bewegten Leben als Musiker, Komponist, Pädagoge und Autor einfloss. Raff hatte im Jahr 1854 ein 300-sei-tiges Buch verfasst, in dem er sich kritisch mit dem grossen Musiker Richard Wagner und insbesondere in Bezug auf die Oper «Lohengrin» auseinandersetzte. «Die Wagnerfrage» von Raff erregte damals die Gemüter der Musiker- und Komponistenszene heftig.

 

Mit höchstem Lob ausgezeichnet

Aus diesem hochinteressanten Stoff «komponierte» Severin Kolb seine Dissertation «Die Wagnerfrage». Sie bildet gleichsam den Auftakt zur Schriftenreihe des Raff-Archivs. Er schilderte an der Vernissage, wie er ab 2016 daran gearbeitet hat. Auslöser sei ein Seminar von Professor Hans-Joachim Hinrichsen an der Uni Zürich gewesen. Darauf wurde eine Reihe von Ereignissen angestossen. Der Kontakt zu Res Marty, damaliger Präsident der Raff-Gesellschaft, entstand; das Raff-Archiv wurde 2018 eingeweiht. Im Zuge der Doktorarbeit gab es aber auch arbeitsbedingte Unterbrüche, oder neue Recherchen wollten berücksichtigt werden. Auch Anpassungen von Richtlinien des Verlags Breitkopf & Härtel hätten immer wieder – bis hin zum Druck – viel Zeit erfordert.

Im Jahr 2023 erlangte Severin Kolb den Doktortitel, er wurde mit «summa cum laude» ausgezeichnet und erhielt ein Jahr später den Marta-Walter- Preis. Was auch seinen Doktorvater Hans-Joachim Hinrichsen bis heute erfreut. Er sei voller «Bewunderung, Ehrfurcht und Dankbarkeit, sie ringt mir die allergrösste Hochachtung ab», sagte er an der Vernissage über die einzigartige Dissertation. Auch er ist ein grosser Bewunderer Raffs und seit Jahren in Kontakt zu Res Marty, dessen visionäre Arbeit er schätzt.

 

«Schatz noch nicht gehoben»

Für den Wissenschaftler Severin Kolb gehen die Forschungsaufgaben weiter. Tatsächlich bleibt die Recherchearbeit ergiebig, unter anderem jene in der Bayerischen Staatsbibliothek in München. Der «Schatz sei noch lange nicht gehoben», frohlockte der junge Doktor. Neue Ideen liegen bereits vor, etwa das Verhältnis von Raff zu Franz Liszt, dessen Assistent er war. Aktuell steht eine weitere Schrift kurz vor der Publikation. Sie nimmt Bezug auf die Eröffnung des Raff-Archivs im Herbst 2018. Diese Sammlung von Aufsätzen wurde von namhaften Musikwissenschaftlern und -interessierten geschrieben. Stefan König und Regina Schwedes, beide tätig beim ältesten Musikverlag Breitkopf & Härtel (seit 1719), sprachen ebenfalls über die Publikationen. 

 

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Johanna Mächler

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

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Kategorie

  • Musik

Publiziert am

31.08.2026

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